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Barmstedt : Arbeitskreis Migration und Integration hat viel zu tun

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Andja Zdravac-Vojnovic vom Arbeitskreis Migration und Integration in Barmstedt hat zahlreiche Koordinierungsaufgaben zu leisten.

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2014 | 16:00 Uhr

Barmstedt | Angesichts der steigenden Zahl der Flüchtlinge gründete Andja Zdravac-Vojnovic als Migrationsberaterin 2013 den Arbeitskreis Migration und Integration in Barmstedt. Zdravac-Vojnovic gehört zum Migrationsdienst des Caritasverbands für Schleswig-Holstein, mit Sitz in Quickborn. Für die Außendienststelle Barmstedt hat sie nur vier Stunden zur Verfügung. „Ich verstehe mich als Schnittstelle zwischen Verwaltung und Arbeitskreis“, sagt die Diplom-Sozialarbeiterin, die eben die Verwaltungen aus Barmstedt und dem Amt Rantzau sowie ehrenamtliche Helfer an einen Tisch versammelt, um die Aufgaben zu koordinieren und Lobbyarbeit in der Politik zu leisten.

Sie fasst auch die Angebote und praktischen Hilfeleistungen zusammen. Der aktuelle Schwerpunkt ist die zunehmende Flut der Flüchtlinge. Welche Unterstützung leistet wer? Jeder Ehrenamtler hilft nach seinen Fähigkeiten. Seien es Fahrten zum Arzt, Hilfe bei bürokratischen Hürden, Sprachunterricht, Beschaffung von Rädern oder Babynahrung. Die Information, welcher Flüchtling welchen Status hat, ist ebenso wichtig wie die Begleitung der ersten Schritte der Flüchtlinge.

So wurde ein Wegweiser für sie erstellt mit Angabe des Wohnorts, Zugverbindungen, Telefonnummern von Rathaus, Polizei, Ärzten, Feuerwehr und Beratungsstellen. Die Arbeitsgruppe trifft sich regelmäßig, um Erfahrungen auszutauschen. Marina Quoirin-Nebel etwa gibt niedrigschwellige Sprachförderung in der Grund- und Gemeinschaftsschule. Ingrid Welsch spricht etwa beim Amtsarzt vor, ob ein Flüchtling eine Augenoperation bezahlt bekommt.

„Ich übe schriftlichen Kontakt über Handy mit den Flüchtlingen, mit denen ich zu tun habe, um sie etwas zu begöschen, beim Antworten lernen sie auch Deutsch“, so Welsch. Der Palästinenser Jacoub Sahhar, der deutsch, englisch und arabisch spricht, hat selbst reichliche Erfahrungen gesammelt, die er an Flüchtlinge weitergeben kann, zudem kann er dolmetschen. Die Ehrenamtler rufen bei Problemen in den Verwaltungen an und erhalten unbürokratische Hilfe. „Mein Bestreben ist, dass alle Beteiligten sich untereinander helfen“, so Zdravac-Vojnovic, die das Team in Barmstedt lobt. „Hier besteht ein sehr gut funktionierendes Netzwerk“, sagte sie, die natürlich in Barmstedt auch Geld locker machen möchte für etwa Sprachförderungen. Hier ist die Zusammenarbeit mit der Politik wichtig. Für die Soforthilfe werden Fahrräder, Kühlschränke, TV-Receiver, DVB-T-Antennen und Sprachkursus-Sponsoren gesucht. Der Ansprechpartner ist Alexander Harms vom der Amtsverwaltung Rantzau. Neue Gesichter sind in der Arbeitsgruppe willkommen.

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