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Westerhorner : Anwohner kämpft gegen den Lärm

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Westerhorner spricht sich für durchgehende Wände an der Gärtnerstraße aus. Bahn verweist auf laufende Untersuchungen.

shz.de von
erstellt am 16.Jan.2016 | 15:00 Uhr

Westerhorn | Wenn Enrico Kämz aus Westerhorn sich vor seinem Haus in der Westerhorner Gärtnerstraße mit jemandem unterhält, muss er das Gespräch regelmäßig unterbrechen. Kämz wohnt in einer Sackgasse kurz vor dem Fußgängertunnel, der unter der Bahnlinie hindurch führt. Die Züge zwischen Elmshorn und Neumünster rattern nur wenige Meter von seinem Grundstück entfernt an ihm vorbei. Und laut den aktuellen Plänen der Bahn soll sich daran nichts ändern – auch nicht, wenn spätestens 2018 die Lärmschutzwände errichtet werden sollen. Und das kritisiert Kämz.

Die Bahn hatte ihre Lärmschutzpläne für Westerhorn Ende November vorgestellt. Für den Bereich, in dem Kämz wohnt, sind aktuell keine Lärmschutzwände eingetragen. Zwar gibt es schon eine Lärmschutzwand entlang der Gärtnerstraße, diese endet aber wenige Meter hinter der Stelle, von der die Stichstraße abgeht. Bahn-Pressesprecher Egbert Meyer-Lovis hatte zwar bereits damals betont: „Es sind erste grobe Planungen, die sich während des laufenden Verfahrens noch ändern könnten.“ Dennoch ist Kämz verärgert: „Warum bekomme ich keine Lärmschutzwand?“, fragt der Westerhorner.

Für sogenannte Einzelschutzmaßnahmen würde er Geld bekommen, sagt Kämz – zum Beispiel für Schallschutzfenster. „Aber die bringen mir im Sommer beim Lüften nichts“, gibt er zu bedenken. „Mein Grundstück verliert an Wert, während die anderen an Wert gewinnen.“ Wenn er Lärmschutzfenster kaufe, würde er zudem nur die Mehrkosten für den Lärmschutz erstattet bekommen. Außerdem habe er vor einiger Zeit bereits selbst entsprechende Fenster angeschafft.

Die Bahn verwies auf Anfrage dieser Zeitung auf die derzeit laufenden die Untersuchungen und die Vorbereitungen der Gutachten. „Die Lärmschutzmaßnahmen sind unter Beachtung der Pegelgrenzwerte zu berechnen“, berichtete Pressesprecher Meyer-Lovis. „Im Moment können wir deshalb keine konkreten Aussagen machen.“ Das werde voraussichtlich noch mehrere Monate dauern.

Entlade-Gelände

Kämz vermutet zudem, dass die Bahn den freien Grünstreifen an der Bahn und gegenüber seinem Grundstück weiter als Entlade-Gelände nutzen möchte. Aus Transportern seien in der Vergangenheit beispielsweise Arbeitsmaterialien auf Draisinen umgeladen worden, sagt er. „Hier werden Fahrzeuge geparkt. Ich habe schon die Polizei rufen müssen, weil ich dort nicht mehr vorbeikam.“ An anderen Stellen in Westerhorn sei das Entladen nicht möglich. Die Bahn äußerte sich zu Kämz Vorwurf nur kurz. „Die Aussage entbehrt jeglicher sachlichen Grundlage“, so Meyer-Lovis.

Westerhorns Bürgermeister Bernd Reimers hat sich ebenfalls häufiger mit der Situation an der Gärtnerstraße befasst. „Ein Teil des Bahngeländes geht bis an die Straße“, sagt er hinsichtlich der Be- und Entlade-Tätigkeiten. Man habe mit der Bahn bereits öfter über das Thema in punkto Rücksichtnahme auf die Bürger gesprochen. „Aber es sind alles Subunternehmer. Es kommen immer andere Firmen, andere Kolonnen.“

Hinsichtlich des Lärmschutzes verweist Reimers auf die Verhandlungen mit der Bahn. „Ob wir etwas ändern können, müssen wir dabei sehen. Mein Wunsch wäre es, die Lärmschutzwand voll durchzuziehen“, sagt der Bürgermeister. „Wir setzen uns dafür ein.“ Der Geldgeber sei aber letztlich die Bahn, gibt der Bürgermeister zu bedenken.

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