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Nach zwei Unfällen in Barmstedt in kurzer Zeit : Anwohner in Sorge

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Kritik: Die Einmündung Feldstraße/August-Christen-Straße sei zu gefährlich. Polizei und Kreis sehen keinen Anlass zu Veränderungen.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2016 | 12:15 Uhr

Barmstedt | Autos fahren viel zu  schnell, Radler düsen unvermittelt aus der Verbindungsgasse auf den Bürgersteig oder gleich auf die Fahrbahn und gefährden dabei Fußgänger, Autofahrer und sich selbst: Der Einmündungsbereich August-Christen-Straße/Feldstraße sei extrem gefährlich, meinen Anwohner. Am Sonnabend hatte sich dort ein schwerer Unfall ereignet – der zweite innerhalb von dreieinhalb Wochen.

Beide Unfälle hätten jedoch vermutlich nichts mit zu hoher Geschwindigkeit zu tun, wie Polizeisprecher Nico Möller auf Anfrage dieser Zeitung erklärte. Im ersten Fall – der sich am 17. März ereignete – hatte ein Barmstedter (77) mit seinem Opel aus der August-Christen-Straße gegen 14.30 Uhr nach links auf die Feldstraße abbiegen wollen. Dabei kollidierte er mit dem Krankenfahrstuhl eines 82-jährigen Barmstedters, der auf der Feldstraße in Richtung Reichenstraße unterwegs war. „Vermutlich hat er den übersehen“, so Möller. Der Rollstuhlfahrer stürzte, verletzte sich schwer und musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Der zweite Unfall hatte sich am vergangenen Sonnabend ereignet. Laut Möller war ein Hamburger (54) mit seinem Renault auf der Feldstraße in Richtung Mühlenstraße unterwegs. Kurz, nachdem er die August-Christen-Straße passiert hatte, fuhr hinter ihm eine Barmstedterin (77) mit ihrem Fahrrad aus der August-Christen-Straße nach rechts auf die Feldstraße. „In dem Augenblick hielt der Autofahrer an und setzte zurück“, so Möller. Dabei erfasste er die Radlerin, die so schwer verletzt wurde, dass sie per Rettungshubschrauber ins UKE nach Hamburg geflogen wurde. Weshalb der Autofahrer zurückgesetzt hatte, sei unklar, so Möller.

Aus Sicht der Polizei sei die Einmündung bisher „eher unproblematisch“, bilanzierte Möller. Auch die Straßenverkehrsbehörde des Kreises sieht bislang keine Veranlassung, etwas zu ändern. „Wir werten regelmäßig einmal im Jahr gemeinsam mit der Polizei alle Unfälle aus. Sollten sich dabei Häufungen zeigen, gucken wir nach den Ursachen“, erklärte Mitarbeiter Rüdiger Langels auf Anfrage dieser Zeitung. Bei „ganz besonderen Gegebenheiten“ werde die Situation zudem „außer der Reihe“ untersucht. Sofern nicht „menschliche Gründe“ wie Alkoholkonsum zu den Unfällen geführt hätten, „gucken wir dann, ob verkehrsrechtliche Maßnahmen sinnvoll und möglich sind“, so Langels. Sprich, ob eine Geschwindigkeitsbegrenzung, eine Ampel oder ein andere Querungshilfe angeordnet werden könnte.

In der Doppelkurve östlich des Einmündungsbereichs galt bis vor wenigen Jahren Tempo 30. Doch nach einer Verkehrsschau wurden die Schilder in Absprache mit Polizei, Kreis und Stadt entfernt. Nach Informationen dieser Zeitung, weil sie kurz vor einer Ampel standen, was nicht zulässig sei. Die Ampel – die nicht weit entfernt von der Einmündung nahe der Schulstraße liegt – werde allerdings von denjenigen, die die Feldstraße von der August-Christen-Straße zur Verbindungsgasse oder in die andere Richtung überqueren wollten, kaum genutzt, berichtet ein Anwohner. Er sei „gespannt, wie das wird, wenn die Umgehungsstraße im nächsten Jahr gesperrt wird und der ganze Verkehr hier durch muss“, sagt er. Die Stadtverwaltung hatte sich gestern zur Anfrage nicht geäußert.

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