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Entwicklung wird ausgebremst : Ansiedlung von Gewerbe stößt in Barmstedt auf viele Hindernisse

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Wirtschaftsförderer Wolfgang Heins plädiert für mehr Flexibilität in der Stadt. Anfragen für 5000 bis 8000 Quadratmeter große Flächen.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2015 | 10:00 Uhr

Barmstedt | Neue Gewerbeflächen für Barmstedt ist ein Brennpunktthema. Dieses und die Situation für bestehende Betriebe in Barmstedt diskutierten Ralph Bockisch aus der Führungsriege der FDP Barmstedt/Umland, Christopher Vogt, FDP-Mitglied des Landtags in Kiel, und Barmstedts Wirtschaftsförderer Wolfgang Heins mit Martin Sztanka, Geschäftsführer des Industriebetriebs „Dreh-Norm“ im Gewerbegebiet, sowie seiner Tochter Patrizia Sztanka in den Betriebsräumen.

„Wir haben jetzt 6000 Quadratmeter Fläche, bräuchten jedoch zwischen 8000 und 10.000 Quadratmeter, und zwar in einem reinen Industriebetrieb“, so Martin Sztanka. Anbauen wäre möglich, aber: „Wir haben jetzt einen Generationenwechsel und müssen an die Zukunft denken.“ Die Firma ist die nördlichste Schraubenfabrik in Deutschland.

„Wir bemühen uns seit Jahren um die Ausweisung neuer Gewerbeflächen Richtung Norden, der Bedarf ist unbedingt vorhanden, auch gerade von Barmstedter Betrieben“, so Heins. Er bekomme Anfragen für 5000 bis 8000 Quadratmeter große Flächen, häufig auch aus Hamburg. „Ich muss leider immer ablehnen“, so Heins. Bei Gesprächen mit Kreis und Land stoße Barmstedt schnell an Blockaden. „Für Barmstedt als Unterzentrum ist es schwierig“, bekräftigte Vogt. „Das Achsenkonzept des Landes ist zu eng gefasst, so sollen Gewerbeflächen dem ortsüblichen Bedarf entsprechen.“ Und weiter: „Wir müssen hier im Norden Hamburgs von dessen Wirtschaftskraft profitieren und brauchen mehr Flexibilität.“ Sztanka bemängelte: „Die Planungswege sind zu lang, die von der Politik vorgegebenen Ziele zu schwankend, für mich als Unternehmer muss es schneller gehen.“ Es seien auch häufig Kleinigkeiten, die störten. „Spediteure mit 30-Tonnern müssen die gesperrte Kreisstraße umfahren, die Verkehrsführung lässt häufig zu wünschen übrig“, sagte er und weiter: „Eine Restauration im Gewerbegebiet wäre hilfreich, es ist fast unmöglich, mit Kunden mittags in Barmstedt essen zu gehen, auch Übernachtungen buchen wir auswärts.“ Es sei alles nicht rund.

Ist sich die Politik einig?

„Tourismus und Handwerk sind gerne gesehen, aber will man uns hier überhaupt?“ fragte er. „Der Eindruck ist falsch“, so Heins. Die Politik sei sich einig. „Wir werden immer wieder durch Vorgaben gebremst“, sagte er, es werde in Kiel raumplanerisch gedacht, leider nicht nach Wirtschaftsinteressen.

Selbstkritisch merkte er an: „Wir benötigen mehr Austausch mit hiesigen Unternehmen, um zu erfahren, wo der Schuh drückt.“ Es seien Bedürfnisse vorhanden, um die sich Barmstedt kümmern müsse. „Es wäre sinnvoll, es den Kommunen zu überlassen, Gewerbe und Industrie anzusiedeln“, sagte Vogt. Kreise entwickelten sich unterschiedlich, die zentrale Vergabe sei unsinnig. „Das hat mit Wirtschaftsrealität nichts mehr zu tun“, kritisierte Vogt. Außerdem müsse die Landesplanung, die der Staatskanzlei angekoppelt ist, im Wirtschaftsministerium angesiedelt werden. „Wieviel Zeit geben Sie Barmstedt, damit Sie hier expandieren können?“, fragte Bockisch. „In drei bis fünf Jahren muss ich Entscheidungen treffen“, so Sztanka.

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