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Barmstedter Zeitung

24. Oktober 2017 | 10:42 Uhr

Ans andere Ende der Welt

vom

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2013 | 01:14 Uhr

Barmstedt | Sie will weg. Ganz weit weg. Ab Januar 2014 wird Jule Dittmer für ein Jahr nach Costa Rica reisen. "Aber nicht zum Urlaub am Palmenstrand", wie die 18-jährige Barmstedterin betont, sondern zum Arbeiten. Im März hatte sie sich bei "weltwärts", einem Freiwilligendienst des Bundes, um einen Platz in einem Entwicklungshilfeprojekt beworben. Nach einem viertägigen Bewerbungsverfahren - "das war so eine Art Assessment-Center mit Diskussionen und Team-Spielen, bei denen wir die ganze Zeit beobachtet wurden" - erhielt sie im Juni die erste Zusage, musste aber noch weitere Unterlagen einreichen. Im Juli stand fest: Sie darf nach Costa Rica - muss allerdings noch, wie jeder der Ausgewählten, 1 650 Euro an Spenden sammeln. "Das dient dazu, das Projekt ,weltwärts nachhaltig zu sichern und bekannter zu machen", erklärt sie. Die meisten Kosten ihres Aufenthalts übernehme der Bund.

Was genau Dittmer in Costa Rica machen wird, steht noch nicht fest. "Am liebsten würde ich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, sie zum Beispiel an einer Schule unterrichten", sagt sie. "Ich würde ihnen gern etwas mitgeben, aber auch gern von ihnen lernen." Erfahrung hat sie: Sie habe jahrelang Nachhilfe gegeben, erzählt sie. Aber sie könne sich auch vorstellen, mit Senioren oder Behinderten zu arbeiten oder bei Umweltprojekten wie Aufforstungen mitzuhelfen. "Die Abholzung des Regenwalds ist dort ein ziemliches Problem."

Wie sie vor Ort untergebracht sein wird, weiß Dittmer ebenfalls noch nicht. "Es könnte in einer Gastfamilie, in einer WG mit anderen Freiwilligen oder direkt beim Projekt sein, also in einem Waisenhaus oder in einer Waldhütte." Auf jeden Fall werde die Zeit in einer nicht so entwickelten Welt sie verändern, meint Dittmer. "Und ich werde sicher mehr wertschätzen, wie gut wir es hier haben." Aber sie freue sich auch darauf, "mal nicht ständig erreichbar zu sein".

Ihr Interesse an fremden Ländern habe ein Schüleraustausch in der neunten Klasse geweckt, sagt Dittmer. "Das war so eine Art Kick-Start." Drei Monate war sie damals in der Bretagne. "Mit Heimweh hatte ich nie zu kämpfen." Von der Zeit in Costa Rica erhofft sich die sportliche G 8-Abiturientin auch, "dass ich danach weiß, was ich beruflich machen will".

Jetzt ist Dittmer erstmal eifrig dabei, die geforderte Spendensumme "einzutreiben". Dafür hat sie 200 Flyer gedruckt und verteilt, mehrere in Costa Rica tätige Unternehmen angeschrieben - unter anderem den Bananenproduzenten Chiquita -, will am verkaufsoffenen Sonntag (25. August) mit einem Info-Stand in der Innenstadt über ihr Vorhaben informieren und sich auch bei den Barm stedtern direkt vorstellen.

Als eine Art kleine Gegenleistung will Dittmer während ihrer Zeit in Costa Rica über einen Internet-Blog von ihrem Alltag berichten. "Aber es wird niemand gezwungen, das zu lesen. Aufdrängen will ich mich nicht." www.weltwärts.de

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