Widerstand gegen Gasgewinnung : Amt spricht sich gegen Fracking aus

Im Gespräch: Willi Hachmann, Vorsteher des Amts Rantzau.
Im Gespräch: Willi Hachmann, Vorsteher des Amts Rantzau.

Bürgermeister bringen Resolution auf den Weg / Großes Interesse an Info-Veranstaltung des Kreises in Elmshorn

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04. März 2014, 16:16 Uhr

Nach den Gemeinden Bokholt-Hanredder und Bokel macht jetzt auch das Amt Rantzau mobil gegen Fracking: Die Bürgermeister der Amtsgemeinden haben während eines Treffens vor Kurzem eine Resolution gegen die umstrittenen Bergbaumethode auf den Weg gebracht. Das teilte Willi Hachmann auf Anfrage dieser Zeitung mit. „Wir wollen rechtzeitig Gegenwehr zeigen“, so der Amtsvorsteher. Das Amt Rantzau ist damit eines der ersten Ämter im Kreis Pinneberg, das gegen mögliche Fracking-Pläne in die Offensive geht. Der Text der Resolution sei gleichlautend mit dem, den die Gemeinde Bokholt-Hanredder Ende des vergangenen Jahres verabschiedet hatte (siehe Info-Kasten). „Wir haben uns da angehängt“, so Hachmann.

Die Freie Wählergemeinschaft in Bokholt-Hanredder hatte Ende des vergangenen Jahres einen entsprechenden Antrag zur Abstimmung gestellt. Er wurde einstimmig angenommen. „Wir wollten andere Gemeinden damit sensibilisieren, so dass sie über das Thema nachdenken“, erklärte Bürgermeister Wolfgang Mohr (CDU) zur Resolution. Im Anschluss hatten sich weitere Bürgermeister von Amtsgemeinden für eine gemeinsame Resolution über das Amt Rantzau ausgesprochen.

Das Thema habe in den vergangenen Wochen eine gewisse Dynamik entwickelt, so der Amtsvorsteher weiter, „da Aufsuchungsfelder in unserem Bereich liegen“. So umfassen die Felder Bramstedt und Elmshorn laut einer Karte des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums auch die Region Barmstedt. Ende Dezember hatte das Unternehmen PRD Energy GmbH die Genehmigung erhalten, im Großraum Elmshorn erste Erkundungen anzustellen. Damit sei aber kein Eingriff in den Boden verbunden, betonte eine Sprecherin des Kieler Ministeriums.

Beim Amt habe es in den vergangenen Wochen „relativ wenig Nachfragen von Bürgern“ gegeben, berichtete Hachmann. Größer ist der Andrang beim Kreis Pinneberg: Während einer Veranstaltung mit Minister Robert Habeck (Grüne) sollen Bürger heute umfassend über das Thema Fracking informiert werden. Landrat Oliver Stolz wird zunächst einen Überblick über den Sachstand der Verfahren im Kreis geben. „Mit der Informationsveranstaltung wollen wir über den aktuellen Stand informieren und Fragen beantworten“, so Stolz. Habeck wird danach die Position der Landesregierung darstellen. Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist aufgrund der großen Nachfrage nicht mehr möglich, wie Pressesprecher Marc Trampe mitteilte.

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