Amt bringt Flüchtlinge in Heede unter

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Steigende Flüchtlingszahlen: Immobilie in der Gemeinde erworben / Asylcafé soll in der neuen Unterkunft wiedereröffnet werden

shz.de von
18. Juli 2015, 16:00 Uhr

Das Amt Rantzau hat eine Immobilie an der Hemdinger Chaussee in Heede für die Unterbringung weiterer Flüchtlinge im Amtsbezirk Rantzau erworben. Das berichtete Bürgermeister Reimer Offermann vor Kurzem während der Heeder Gemeinderatssitzung im Heeder Damm. „Wir haben lange nach einer neuen Unterkunft gesucht, weil die in Langeln besetzt ist“, so Offermann. Auch Container seien eine Option gewesen. „Es ist aber nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch die, wie wir die Menschen unterbringen“, sagte er und betonte, er spreche nicht von Wirtschaftsflüchtlingen. „Sie kommen aus Krisengebieten und sind traumatisiert von den Geschehnissen in ihrer Heimat und von der Flucht“, so der Bürgermeister.

Die Immobilie hat im Obergeschoss drei große Wohnungen mit Kinderzimmern, Bad und Küche. „Es wird keine Massenunterkunft“, so Offermann. Aus den Reihen der Politiker kam der Vorschlag, Familien dort unterzubringen. „Das habe ich den entsprechenden Stellen im Kreis bereits vorgeschlagen“, berichtete Offermann. An Heedes Bewohner appellierte er, Vorbehalte nach hinten zu schieben. „Jeder, der nach Heede kommt, ist ein Heeder Bürger, das gilt auch für Flüchtlinge“, betonte er. Unterschiedlichen Kulturkreisen sollte jeder tolerant begegnen.

Der Leitende Verwaltungsbeamte Heinz Brandt stellte fest, dass das Amt verpflichtet sei, Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen. „Es wäre schön, wenn sich Bürger ehrenamtlich engagieren, die Flüchtlinge in Empfang nehmen, sie betreuen, sich mit ihnen verständigen“, so Brandt. Ansprechpartner dafür sei Alexander Harms in der Amtsverwaltung. Harms, der auch die Flüchtlinge in Langeln betreut, sagte: „Wir sind dankbar, dass wir eine menschenwürdige Unterkunft gefunden haben.“ Er habe noch nie Probleme mit Flüchtlingen gehabt. „Es kommen meist gut ausgebildete Menschen, die ein schweres Schicksal hinter sich haben, und die sich hier zurechtfinden wollen“, sagte er und schlug vor, dass Bewohner einfach mal vorbeischauen sollten, um den Kontakt zu suchen. Das Asylcafé, das in Langeln wegen Platznot ruht, soll in der Heeder Unterkunft ebenfalls eröffnet werden. „Auch hier wird noch Hilfe benötigt“, so Harms. „Wir wollen mit den Flüchtlingen gemeinsam das gesellschaftliche Leben gestalten“, sagte er.

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