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Gross Offenseth-Aspern : Ampelbau erst ab Dienstag

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Der Baustart ist verschoben: Laut Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Itzehoe soll die Ampelanlage in Groß Offenseth-Aspern ab dem 16. Mai errichtet werden. Als Baubeginn war ursprünglich der vergangene Montag geplant.

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2017 | 00:00 Uhr

Groß Offenseth-Aspen | Eigentlich sollten in Groß Offenseth-Aspern bereits am vergangenen Montag die Arbeiten an der neuen Ampelanlage angelaufen sein. Doch derzeit tut sich noch nichts an der Kreuzung von Hauptstraße, Dorfstraße und Kreisstraße 18. Grund dafür seien Verzögerungen bei der Baustellenabsicherung, so Kai-Uwe Schacht, Leiter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV) Itzehoe. Lange soll es aber nicht mehr dauern: Am kommenden Dienstag, 16. Mai, ist nun der Baustart geplant. Als Bauzeit werden laut Schacht nach wie vor drei Wochen veranschlagt. Statt um den 26. Mai herum werden die Arbeiten nun voraussichtlich am 2. Juni beendet werden.

Autofahrer müssen sich laut dem Leiter des LBV Itzehoe nicht auf Behinderungen einstellen: „Der Verkehr läuft ganz normal weiter“, so Schacht. Für Fußgänger sollen im Zuge der Arbeiten zwei Bedarfsampeln aufgestellt werden, damit sie Hauptstraße und Dorfstraße sicher überqueren können. Auch die Kosten für den Bau nannte Schacht: Sie liegen bei 86.000 Euro.

Die Kreuzung ist ein Unfallschwerpunkt

Die Vorgeschichte zum Ampelbau in Groß Offenseth-Aspern ist lang. Immer wieder finden sich im Archiv der Barmstedter Zeitung Meldungen von Unfällen auf der Kreuzung – wie zum Beispiel im Dezember 2009. Eine Autofahrerin hatte einer anderen Frau die Vorfahrt genommen. Das Ergebnis: Zwei verletzte Personen und etwa 40.000 Euro Schaden. Anfang 2014 erneuerte Groß Offenseths Bürgermeister Werner Schlüter in einem Gespräch mit unserer Zeitung die Forderung danach, die Situation an der Kreuzung zu entschärfen. Der LBV lehnte größere Maßnahmen damals ab, weil die Kreuzung statistisch gesehen nicht zu den Unfallschwerpunkten zählte. Das änderte sich.

In einem Pressegespräch an Silvester 2015 wies die Barmstedter Polizei darauf hin, dass sich die Kreuzung zu einem Unfallschwerpunkt entwickelt habe. Kurze Zeit später ereignete sich auf der Kreuzung ein besonders schwerer Unfall. Fünf Menschen wurden dabei zum Teil lebensgefährlich verletzt, darunter ein Ehepaar aus Barmstedt. Eine BMW-Fahrerin hatte ihnen die Vorfahrt genommen. Anschließend flammte die Debatte um Kreisel und Ampel stark auf. „Die Stelle ist in den vergangenen Jahren ein polizeilicher Unfallschwerpunkt geworden“, berichtete Peter Kroll, Barmstedts ehemaliger Polizeichef, damals. „Wir halten daher Maßnahmen für dringend geboten.“ Eine der häufigsten Unfallursachen ist laut Polizei das Abbiegen, bei dem ein entgegenkommendes Fahrzeug übersehen wurde. Unfallursache Nummer zwei ist die missachtete Vorfahrt.

Anwohner und Unfallopfer forderten anschließend erneut einen Kreisel. Auch die Politik – darunter die FDP-Kreisfraktion und der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Lehnert – nahm sich des Themas an. Der Kreis als zuständige Behörde entschied trotz Kritik im Sommer vergangenen Jahres dann, eine Ampelanlage an der Kreuzung zu errichten. Sie sei in der aktuellen Situation die bessere Lösung, da die Kosten für die Planung und Realisierung eines Kreisverkehrs die Kosten für die Planung und Realisierung einer Lichtsignalanlage um ein Vielfaches übersteigen würden, hieß es.

Ampellösung ist zufriedenstellend

Nun soll der Unfallschwerpunkt dauerhaft entschärft werden. Man sei mit der Ampel-Lösung durchaus zufrieden, sagte Groß Offenseth-Asperns Bürgermeister Werner Schlüter in dieser Woche. Im vergangenen Sommer habe man schon ein wenig üben können, als während der Bauarbeiten an der Landesstraße 75 während der Sommerferien eine Baustellenampel an der Kreuzung stand. „Das hat wider Erwarten sehr gut funktioniert.“

Weil es sich um einen Unfallschwerpunkt handle, seien Kreis und LBV in der Pflicht gewesen, Maßnahmen zu ergreifen, so der Bürgermeister weiter. Die Linksabbiegerspur auf der Dorfstraße in den vergangenen Monaten zu sperren, sodass alle Autofahrer zum Abbiegen oder Geradeausfahren dieselbe Spur nutzen müssen, habe zwar zu langen Rückstaus in den Stoßzeiten geführt. Viele hätten sich darüber beschwert und seien unter anderem über den Tannenhof ausgewichen. Auf die Sicherheit habe sich das Ganze aber wohl positiv ausgewirkt.

Helmuth Ahrens, Vorsitzender des Verkehrsausschuss des Kreises Pinneberg, betonte, dass man jede Maßnahme, die den Unfallschwerpunkt entschärfe, für eine gute Maßnahme halte. Für einen Kreisverkehr hätten weitere Flächen dazu gekauft werden müssen. Nun werde man schauen, ob die Ampel die Erwartungen erfülle. Fest stehe aber eins, so Ahrens. „Es ist besser als die jetzige Situation.“

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