„Am liebsten werfe ich Tore“

Lacrosse ist ihr halbes Leben: Belin Güngör trainiert zwei Mal pro Woche in Hamburg.
Lacrosse ist ihr halbes Leben: Belin Güngör trainiert zwei Mal pro Woche in Hamburg.

Die 15-jährige Barmstedterin Belin Güngör spielt Lacrosse auf hohem Niveau / 2015 will sie an der WM in Schottland teilnehmen

shz.de von
14. Juni 2014, 11:03 Uhr

Ein Leben ohne Lacrosse kann Belin Güngör sich nicht vorstellen. „Als ich es mal drei Monate nicht spielen konnte, habe ich es total vermisst“, sagt die 15 Jahre alte Barmstedterin. Die Liebe zu dem schnellen Feldsport, bei dem die Spieler sich Bälle mit einem am Schläger befestigten Netz zuwerfen (siehe Info-Kasten), hat sie vor fünf Jahren entdeckt: Auf der Privatschule, die sie in England besuchte, war täglicher Sport für die Schülerinnen Pflicht. „Im Winter war das Lacrosse“, erzählt Belin.

Später spielte sie im National-Team – allerdings als Torfrau, was ihr nicht so zusagte. „Es tut ziemlich weh, wenn man mit voller Wucht einen Ball abkriegt.“ Gut war Belin trotzdem: „Wir haben alle Turniere gewonnen.“ Im Oktober 2013 zogen ihre Eltern mit ihr und ihrer kleinen Schwester nach Barmstedt. An der Leibnizschule in Elmshorn, die Belin besucht, wurde auch Lacrosse angeboten. „Da habe ich im Mittelfeld und im Angriff gespielt“, erzählt die junge Barmstedterin. Was ihr gut gefällt, denn „am meisten Spaß macht es mir, Tore zu werfen“.

Außerhalb des Schulsports trat Belin dem Verein HTHC Hamburg Warriors bei, bei dem sie jetzt zwei Mal pro Woche trainiert. Ihre Mutter fährt sie nicht nur dorthin, sondern auch zu Turnieren in ganz Deutschland. „Wir waren schon in Köln, Frankfurt und Berlin“, sagt Belin. Am kommenden Wochenende steht die nächste wichtige Reise an: Als Mitglied der U19-Damen-Nationalmannschaft wird sich Belin bei einem internationalen Trainingscamp in Berlin auf die WM vorbereiten, die 2015 in Schottland ausgetragen wird.

Um für ihren anstrengenden Sport fit zu sein, joggt Belin täglich eine halbe Stunde. „Auf dem Feld müssen wir richtig viel laufen.“ Und wenn sie nicht gerade trainiert, trifft die Neuntklässlerin – die außer deutsch noch türkisch, englisch, französisch, chinesisch und spanisch spricht – sich gern mit Freunden, ihrem Freund Jannes oder malt. Und nicht nur sportlich, auch beruflich ist die Belin ehrgeizig: Sie will Medizinerin werden. Dafür will sie versuchen, ein Sportstipendium für eine High School in den USA zu erhalten, wo sie im Uni-Team spielen würde. „Die Lacrosse-Trainer von dort sind auch hier und sichten die Spielerinnen. Und wer sich auf dem Feld beweist, hat natürlich größere Chancen.“

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