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Umfrage und interaktive Karte : Alternative Währung in Barmstedt

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Gunnar Labs aus Barmstedt möchte das Regionalgeld für Schleswig-Holstein bekannter machen.

shz.de von
erstellt am 18.Nov.2015 | 00:32 Uhr

Barmstedt | Der Einkauf im Supermarkt, der Friseurbesuch oder der Kaffee im Restaurant – alles wird in Euro bezahlt. Doch es gibt auch andere – weniger bekannte – Möglichkeiten: In Barmstedt und der Region arbeitet Gunnar Labs derzeit daran, den KannWas bekannter zu machen. Dabei handelt es sich um eine Regionalwährung, die nur in Schleswig-Holstein verwendet werden kann. „Es ist eine sehr gute Alternative zum Euro“, sagt Labs.

In seinem Internet-Shop bietet er ab sofort unter anderem selbstgemachte Marmeladen gegen KannWas an. Doch der Shop ist nur ein Mosaikstein: Labs hofft, dass im Laufe der Zeit auch andere Händler in der Region Barmstedt sowie im Kreis Pinneberg den KannWas als Zahlungsmittel akzeptieren. Denn bislang konzentrieren sich die Akzeptanzstellen vor allem auf den Raum Kiel. Im Kreis Pinneberg können Kunden derzeit nur bei Labs mit der Regionalwährung zahlen.

Das Besondere an dem alternativen Zahlungsmittel: „Es ist der Natur nachempfunden und daher vergänglich“, erläutert Labs. Wenn es nicht zirkuliert – was durch aufgeklebte Marken auf den Scheinen signalisiert wird –, verliert es zwei Prozent Wert pro Jahr. „Das sorgt dafür, dass das Geld wieder schnell ausgegeben wird, und es bringt Umsatz mit regionalen Produkten“, so Labs. Das Geld würde so in der Region bleiben und auch Arbeitsplätze in der heimischen Wirtschaft erhalten, sagt der Barmstedter.

Sind Regionalwährungen eine Alternative zum Euro?

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Theoretisch könnte jedes Geschäft im Kreis Pinneberg den KannWas akzeptieren. Bei überregionalen Händlern wie Supermarktketten sei das aber eher schwierig. Daher sieht Labs das Regionalgeld vor allem als Alternative für regionale Händler wie Landwirte und ihre Hofläden. „Es hängt nur von der Akzeptanz ab.“

Labs möchte aber nicht nur Akzeptanzstelle, sondern auch Tauschstelle für den KannWas sein. Denn die nächsten Tauschstellen für Barmstedter liegen derzeit in Aukrug bei Neumünster sowie in Ahrensburg. Derzeit könne man bei ihm bereits Euro gegen KannWas tauschen, „aber keine großen Summen“, so Labs. „Ein paar sind in Barmstedt schon im Umlauf, aber es braucht seine Zeit.“ Getauscht wird eins zu eins gegen Euro.

Mit der Regionalwährung setze er sich schon seit drei bis vier Jahren auseinander, berichtet Labs. „Im Gegensatz zum Euro dient dieses Geld uns und nicht wir ihm“, sagt Labs. „Irgendwer muss doch was tun“, habe er sich gesagt und schließlich die Sache selbst in die Hand genommen. Der KannWas sei dabei kein deutsches Phänomen: „Auch andere Länder haben Regionalgeld.“ Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Komplementärwährungen. Die bekannteste ist laut Labs der Chiemgauer.

KANNWAS Regionalgeld für Schleswig-Holstein

Der KannWas wird vom Verein Regionalgeld Schleswig-Holstein herausgegeben. Es gibt Scheine im Wert von 1, 2, 5, 10, 20 und 50 KannWas, berichtet Gunnar Labs aus Barmstedt. Münzen gibt es nicht, Cent-Beträge würden in Euro-Münzen bezahlt werden. Im Land gibt es zahlreiche Akzeptanzstellen, die meisten davon im Bereich zwischen Rendsburg, Kiel sowie Neustadt in Holstein. Laut dem Verein befinden sich derzeit etwa 20000 KannWas im Umlauf. Der KannWas startete im Januar 2004.

 
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