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Barmstedter Zeitung

18. August 2017 | 07:10 Uhr

Alter Anhänger als Rocker-Bühne

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Jubiläum „Headbangers Open Air“ feiert 20-jähriges Bestehen / Organisator Thomas Tegelhütter erinnert sich an die Startphase 1998

Ausgesprochene Festtagsstimmung herrscht in diesen Tagen beim Team des „Headbanger Open Air“ (H.  O.  A.) in Brande-Hörnerkirchen. Der Grund: Wenn das Festival erneut vom 27. bis einschließlich 29. Juli auf dem bewährten Veranstaltungsareal an der Schierenhöh 13 mit insgesamt 25 namhaften Bands der Hardrock- und Heavy-Metal-Liga aus dem In- und Ausland über die dortige Bühne fegt, handelt es sich in diesem Jahr um eine ganz besondere Ausgabe des beliebten Festivals. „In der Tat: Wir feiern diesmal unser zwanzigjähriges Bestehen und lassen es deshalb so richtig krachen“, erklärt H.  O.  A.-Organisator und Gründungsvater Thomas Tegelhütter (55).

Aber was ist das „H.  O.  A.“ eigentlich? Kurz beschrieben: 20 Jahre Heavy-Metal auf dem ansonsten doch sehr ruhigen Lande. Wo und mit wem? Vor den Toren der Schusterstadt Barmstedt mit jeweils zahlreichen Bands aus allen Teilen der Welt, vielfach im Laufe der Jahre ausverkauft und nach wie vor ein Magnet für Rock-Fans, die nicht nur aus der Region sondern ebenfalls aus allen möglichen Teilen der Welt anreisen.

Doch wie kam es überhaupt dazu, dass sich diese nicht gerade zarten Klänge auf dem Dorf etablieren konnten? „Das begann natürlich nicht so von einem Moment auf den anderen und auch nicht ohne Anlaufschwierigkeiten“, erzählt Tegelhütter, der in den späten 1990er-Jahren relativ spontan beschloss, aus seinem bisherigen Wohnort Hamburg aufs Land zu ziehen, weil es ihm in der Großstadt „zu laut“ wurde. Doch als bisheriger Betreiber des Rock-Clubs „Headbangers Ballroom“ war er andererseits nur allzu gut an dezibellastige Musik gewöhnt und hatte auch schon in der Hansestadt im kleineren Rahmen Aktivitäten als Konzertveranstalter betrieben. „Und das wollten wir natürlich dann hierher importieren“, so Tegelhütter.

Das erste „Headbangers Open Air“ wurde dann im Jahr 1998 anberaumt – mit viel Idealismus und erstmal nur drei Hamburger Bands: „Catalina“ „Paragon“ und „Rohbau“. „Das war ein Versuchsballon, der viel Improvisation erforderte“, so Tegelhütter. Als Bühne diente damals ein Anhänger von Nachbar Bauer Willi Reumann, der seinerzeit „keine Berührungsängste mit den Langhaarigen“ hatte. „Endlich kam mal frischer Wind ins Dorf. Da half ich doch gern“, erinnert sich der heute 77-Jährige, der in den Folgejahren bei der dann weiterlaufenden Veranstaltung zum festen Teammitglied wurde und es bis heute blieb.

Und das Festival wuchs: Bereits im Jahr 2000 waren 17 Bands am Start, unter ihnen Gruppen aus Holland und England. 2006 dann 25 Bands, viele davon aus den USA mit überaus prominenten Namen der Szene. Bei diesem Level sollte es dann aber auch bleiben, denn Tegelhütter wollte den Charakter der Veranstaltung, die als „größte Gartenparty der Welt“ betitelt wurde und wird unbedingt erhalten. „Das familiäre Ambiente war und ist eine der wichtigsten Merkmale des H.  O.  A.“, betont er und unterstreicht damit auch, dass man sich nicht im Fahrwasser vom „Wacken Open Air“ befände. Kenner der Szene werden das bestätigen, auch anhand des Musikprogramms. „Der Kern des H.  O.  A.-Programms spricht ein spezielles Publikum an, mit sehr treuen Fans, die ihrer jeweiligen Lieblingsband mitunter rund um den Erdball folgen“, so Tegelhütter. Auch seien diese Gruppen international nicht unbedingt in die oberste Liga einzustufen, befinden sich aber mit ihrer Musik handwerklich und spielerisch durch die Bank qualitativ auf hohem Niveau. Mittlerweile hat das H.  O.  A. Kultstatus erreicht und ist aus der Metal-Szene nicht mehr wegzudenken. Die relativ kleine und niedrige Bühne am Innenhof des ehemaligen Bauernhofs wird selbst von Top-Acts wie der dänischen Band „D.  A.  D.“, die 2015 mit einer stark abgespeckten Version ihres Bühnenequipments die Schierenhöh rockte, akzeptiert.

„Die kleine Bühne ist einfach Kult. Wer hier spielt, weiß das auch. Der Sound ist gut, und so bleibt der Touch der Gartenparty erhalten“, bestätigte auch Götz Kühnemund, ehemaliger Chef-Redakteur des Szene-Magazins „Rock Hard“ bei einem seiner zahlreichen Besuche des „kleinen aber feinen Metal-Festivals“ in Höki.












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erstellt am 20.Jul.2017 | 17:09 Uhr

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