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Kitas in Barmstedt : „Alles muss auf den Prüfstand“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Barmstedts Kindergärten beantragen für 2016 insgesamt 1,6 Millionen Euro Zuschuss von der Stadt. Politik fordert Spar-Bemühungen.

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2015 | 00:33 Uhr

Barmstedt | In Barmstedts Kitas laufen die Kosten aus dem Ruder: Das haben Vertreter von FWB und SPD im jüngsten Hauptausschuss moniert. Insgesamt soll sich der städtische Zuschuss für die vier Einrichtungen im kommenden Jahr auf etwa 1,6 Millionen Euro belaufen. „Das ist mehr als für alle Schulen“, stellte Michael Schönfelder (FWB) fest. Jede von den Kitas in ihren Haushaltsplänen angegebene Position müsse deshalb „auf den Prüfstand“, forderte er. „Wir müssen uns angucken, ob das alles unbedingt nötig ist, oder ob es Schönheitsreparaturen sind.“

Die Awo-Kita etwa hat für 2016 angemeldet, dass für die Erneuerung von Fußböden und Küchenarmaturen 19.000 Euro zusätzlich nötig seien. Insgesamt werde sich der Zuschussbedarf auf 365.000 Euro belaufen. Die Rasselbande rechnet mit 171.000 Euro, die Kita Bahnhofstraße mit 456.000 Euro und die Arche-Noah-Kita mit 596.000 Euro, von denen 286.000 Euro auf den Krippenbereich entfallen. Vor allem die Krippenplätze verursachten die Mehrkosten, sagte Günter Thiel (BALL). „Und wir können noch froh sein, dass nicht alle Eltern ihren Anspruch darauf nutzen.“ Es nahe aber Entlastung, sagte Fachamtsleiter Uwe Dieckmann. „2016 wird das Land die Mittel für die Krippenplätze anheben.“

Auch die Personalkosten seien deutlich gestiegen, stellte Annette Bremer-Wilms (SPD) fest und erklärte: „Das liegt am Weihnachtsgeld, das wieder gezahlt wird, und an höheren Eingruppierungen.“ Für die Einrichtungen der Diakonie – Arche Noah und Bahnhofstraße – habe der Kreis gefordert, Mitarbeiter fest anzustellen, statt sie auf Stundenbasis zu beschäftigen, sagte Peter Gottschalk (FWB). Manche Auflagen seien „mit normalem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar. Müssen die alle sein?“ Die Vorgaben des Landes „werden immer mehr“, bestätigte Dieckmann – betonte aber auch: „Wenn uns bei den Kosten hohe Differenzen auffallen, klären wir das mit den Kitas. Bei der Diakonie zum Beispiel war alles in Ordnung.“

In Anbetracht des desolaten Haushalts wiederhole er seinen Appell an die Kita- und Schulleiter „zu sparen, wo immer es geht“, sagte Hans-Christian Hansen (SPD). „Das habe ich schon vor den Haushaltsberatungen für 2015 gesagt, aber ich habe den Eindruck, viele verfahren nach dem Motto: Wir bestellen, und die Stadt wird schon bezahlen.“ Dieser Appell müsse eigentlich an die Landesregierung gehen, die den Kitas entsprechende Mittel zur Verfügung stellen müsste, entgegnete Thiel. „Wir können das Problem nicht lösen, indem wir hier einen Besen in der Küche einsparen.“ Letztlich billigten die Politiker die Haushaltspläne einstimmig. Schönfelder enthielt sich.

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