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Zwischen Bevern und Ellerhoop : Allee ohne Bäume – „Eingriff ins Landschaftsbild“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Ein Beverner moniert die Baumfällarbeiten an der L110. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr sichert Ausgleichspflanzungen entlang der Strecke zu.

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Bevern | Es dauert nicht lange: Ein paar Schnitte, ein bisschen Druck und schon fällt der Baum an der Landesstraße 110 (L110) zwischen Bevern und Ellerhoop. Und das immer wieder in diesen Tagen – davon zeugen die vielen Äste und Zweige, die sich am Straßenrand türmen. Zahlreiche Bäume entlang der Straße werden derzeit von Arbeitern im Auftrag des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein gefällt, um den Ausbau der Strecke vorzubereiten, der voraussichtlich im September starten soll.

In einer Mail, gerichtet unter anderem an Kreispräsident Burkhard Tiemannn und Landrat Oliver Stolz, kritisiert der Beverner Kai Dannenberg die Fällaktion jetzt vehement. Unter anderem bedauert er, dass der Alleen-Charakter verloren gehe. „Das ist sehr schade“, so Dannenberg, der die Strecke regelmäßig mit seinem Auto fährt. Kai-Uwe Schacht, Leiter der Niederlassung Itzehoe des Landesbetriebs, verteidigt die Aktion. So soll es Ausgleichspflanzungen geben – und auch der Allee-Charakter der Straße werde erhalten.

In seinem Schreiben, das auch an Schacht ging, erklärt Dannenberg, er könne den Ausbau der Straße nicht begrüßen. „Selbst wenn Sie Ersatzpflanzungen vornehmen, werde ich den Allee-Charakter nicht mehr in meiner Generation erleben (...). Ich empfinde die Fällarbeiten als wesentlichen Eingriff in das Landschaftsbild und kann die Maßnahme nicht nachvollziehen“, so der Beverner in seiner Nachricht.

Bereits der Ausbau der L110 zwischen Barmstedt und Bevern habe bisher nur zu einer Steigerung des Lärms aufgrund von „Motorradrasern“ und durch die perforierte Fahrbahntrennung zu zusätzlichen Lärmbelastungen geführt. „Ich sehe meine Lebensqualität extrem beeinträchtigt und das obwohl die Straße noch nutzbar ist – was ist, wenn die Bauarbeiten beginnen?“, so Dannenberg weiter. „Es kann nicht sein, dass Sie billigend in Kauf nehmen, dass diese Baum-Allee verschwindet.“

Schacht hingegen betont, man wolle das Landschaftsbild erhalten. „Wo wir etwas wegnehmen, werden nach dem Ausbau am Fahrbahnrand neue Bäume gepflanzt werden“, sagt er. Bereits vorhandene Lücken sollen wieder neu aufgefüllt werden. Ein entsprechender Pflanzstreifen, der insgesamt 950 Meter lang sein soll, sei geplant. Zudem würden nicht alle Bäume entlang der Straße gefällt werden, sondern nur ein Teil. „Wir machen das, weil die Straße sehr unfallträchtig ist“, so Schacht weiter. Die Kurven seien eng, die Fahrbahnbreite mit etwa 5,80 Meter nur gering, die Böschungen steil. Erklärtes Ziel des Ausbau sei es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Doch nicht alle äußern ihre Kritik sachlich: So berichteten die Arbeiter von Autofahrern, die neben ihren Maschinen bremsten, das Fenster öffneten und sie beschimpften. „Das ist leider ein Wesenszug, den man verstärkt feststellt“, so Schacht. Zudem kritisierten die Arbeiter, dass einige Autofahrer sich nicht an die Tempolimits nahe der Baustelle halten würden. Die Gefahr eines Unfalls würde so steigen. „Die Polizei sollte hier mal blitzen“, lautet daher ihr Vorschlag.

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