Agentur legt Ausgleichsflächen an

Auf den neuen Ausgleichsflächen sollen sich unter anderem Moorfrösche ansiedeln.
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Auf den neuen Ausgleichsflächen sollen sich unter anderem Moorfrösche ansiedeln.

Arbeiten in Kölln-Reisiek sollen bereits am Montag beginnen / Vier Hektar schon an die Bahn vergeben

shz.de von
06. Januar 2018, 16:00 Uhr

In der Gemeinde Kölln-Reisiek entstehen neue Ausgleichsflächen. Wenn das Wetter mitspielt, rollen schon am Montag die Bagger an. Auf einer Fläche von sechs Hektar wird die Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein – eine 100-prozentige Tochter der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein – Flächen als neue Heimat für Moorfrosch, Kammmolch und Braunkehlchen anlegen.

„Die Stiftung finanziert die Schaffung von Ausgleichsflächen vor“, betont Geschäftsführerin Ute Ojowski, die unter anderem für Projekte im Kreis Pinneberg verantwortlich ist. Allein für die Tiefbauarbeiten in Kölln-Reisiek geht Ojowski von Kosten in Höhe von zirka 35 000 Euro aus. Auf dem neu angelegten Ökokonto im sogenannten Stiftungsland Elmshorn werden vier Kleingewässer für heimische Amphibien angelegt. Parallel werden die bestehenden Drainagen zur Entwässerung aufgehoben, sodass künftig mehr Regenwasser auf der Fläche verbleibt und sich ein naturnaher Wasserhaushalt des Bodens entwickelt.

Um den Mehrwert für den Naturschutz zu erhöhen würden zusätzlich Grabenufer auf einer angrenzenden Fläche, die dem Naturschutzbund (Nabu) Schleswig-Holstein gehört, abgeflacht. Das Stiftungsland und die angrenzende Nabu-Fläche werden durch Weideübergänge miteinander verbunden, um eine gemeinsame extensive Pflegenutzung mit Rindern zu ermöglichen.

Ausgleichsflächen sind heiß begehrt: Denn wenn Kommunen oder private Investoren bei der Umsetzung ihrer Vorhaben in die Naturräume eingreifen, muss an anderer Stelle Ersatz geschaffen werden. „Wir schaffen Ausgleichsflächen im Vorwege. Nutzer können sie dann bei Bedarf bei uns buchen“, beschreibt Ojowski das Geschäftsmodell. Es werden Ökokonten angelegt. Ein Ökopunkt entspricht dabei dem Kompensationserfordernis von einem Quadratmeter.

Von den neuen Flächen in Kölln-Reisiek sind bereits vier Hektar an die Bahn vergeben – als Ausgleich für die AKN-Elektrifizierung zwischen Hamburg und Kaltenkirchen.

Ausgleichsflächen können Kölln-Reisiek und Elmshorn gut gebrauchen. Denn Gemeinsam wird an der A 23 in diesem Jahr der Gewerbepark „Bokhorst“ entwickelt – auf einer Fläche von 35 Hektar. Als Kompensation für den Eingriff in die Natur müssen zirka neun Hektar Fläche zur Verfügung gestellt werden.

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