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Barmstedter Zeitung

18. Dezember 2017 | 21:50 Uhr

Ärger über Müll und illegale Angler

vom

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2013 | 01:14 Uhr

Barmstedt | Die Idylle scheint perfekt: Wasser, Wald und Wildwuchs - pure Natur im Rantzauer Forst. Wo Reiher und Storch staksen und der Rehbock aus dem Gebüsch äugt. Genauer: Dort, wo die Krückau auf einen breiten Graben trifft, hinter dem Kreisel aus gesehen Richtung Bullenkuhlen rechts im Wald. Doch die Idylle trügt gewaltig. Die bittere Erfahrung hat Melanie Donath mit ihrem Hund gemacht, mit dem sie in Begleitung des Nachbarhunds dort gerne spazieren geht und die Hunde bei diesem Wetter im Wasser abkühlen lässt. Wie etliche andere Hundebesitzer auch. "Wir finden hier Müll, Glasscherben, jede Menge Angelhaken und Schnüre im Wasser und am Ufer", ärgert sie sich und hebt schon wieder eine Plastikschnur auf. Auch Spuren vom Grillgelage sind zu sehen. "Wer macht sowas?", fragt sie. Ihr Hund Manolo trat einmal auf einen zersplitterten Flaschenfuß. "Er schlitzte sich die Pfote auf und wäre fast verblutet, zum Glück stand mein Auto in der Nähe, so dass ich Erste Hilfe leisten konnte", so Donath.

Dem Nachbarhund Kira musste sie einen Angelhaken aus dem Bein ziehen. "Diese Haken und Schnüre sind auch für die Waldtiere sehr gefährlich, ihnen kann niemand helfen, wenn sie sich darin verfangen", ist Donath erbost und fischt einen Haken aus dem Wasser. Fundstück war zudem schon mal ein angerosteter Drilling mit Blinkerköder und Sehne. Und dann der Müll: "Wir Hundebesitzer sammeln Kronkorken, Bierflaschen und Zigarettenkippen und mehr ein", sagt sie und deutet auf das gegenüberliegende Ufer. "Die Bierflasche im Gebüsch war gestern noch nicht da." Ein Papierkorb wäre nicht schlecht, fügt sie hinzu.

"Diese Schwarz-Fischer sind auch unser Problem", sagt Günter Gerlach, Jugendwart vom Sportangelverein Elmshorn/ Barmstedt. Angeln ist dort nur mit Angelschein erlaubt. "Unsere Mitglieder haben richtige Angeln und lassen keine Haken liegen und schon gar keinen Müll", sagt er. Die illegalen Angler würden Haken und Schnur an einen Stock binden, der am Ufer befestigt wird. Diese Stellangel würde über Nacht im Wasser bleiben - das sei nicht erlaubt. Die Krückau wie auch der Rantzauer See sind Pachtgewässer des Angelvereins. "Wir kontrollieren dort oft, kriegen aber kaum jemanden zu fassen", so Gerlach. Selbst wer mit einem Urlauberfischereischein beim Angelverein auftaucht, um es sich mit der Angel an der Krückau gemütlich zu machen, erhält eine klare Abfuhr. "Wir halten die Vergabe der Scheine an Laien für unvertretbar und nicht waidgerecht", sagt Vereinsmitglied und Naturschutzbeauftragter Henning Mohr. Jeder Angler muss schließlich eine Prüfung ablegen. Er wird deutlich: "Was kommt als nächstes, um Touristen anzulocken? Der Urlauberjagdschein?"

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