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Barmstedter Zeitung

12. Dezember 2017 | 21:00 Uhr

Ärger über Imbiss-Kündigung

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Sei es an der Bude oder bei Facebook – das Schicksal des Hafensnacks Kollmar sorgt für Gesprächsstoff / Bürgermeister äußert sich

shz.de von
erstellt am 06.Apr.2016 | 16:00 Uhr

Die Nachricht, dass die Gemeinde Kollmar den Inhabern des Hafensnacks gekündigt hat, schlägt hohe Wellen. In den sozialen Netzwerken hat der Artikel mehr als 12  000 Menschen erreicht, über 100 haben ihre Meinung direkt dazu geäußert. Auch die Hafensnack-Inhaber Hartmut und Simone Köhler ist am vergangenen Wochenende immer wieder auf die Kündigung angesprochen worden. „Da war ganz viel Solidarität, das hat mich gestern zu Tränen gerührt“, erzählt Simone Köhler.

Viele Stammkunden seien wütend und geschockt über die Nachrichten gewesen. „Das berührt einen schon“, sagt sie. Ein Ehepaar habe am Sonntag sogar einen vorbereiteten Unterschriftenbogen gegen die Kündigung vorbeigebracht, der jetzt im Imbiss ausliegt. Dort heißt es unter andere, dass man nicht hinnehmen wolle, „dass ein wesentlicher Teil der Kollmaraner Hafenkultur in nichtöffentlicher Sitzung ohne Begründung oder Anhörung der Betreiber quasi per Federstrich zum 30. Juni eliminiert werden soll“.

Der Hafensnack ist Kult in Kollmar. Seit 13 Jahren wird er von Hartmut Köhler geführt. Kurz vor Ostern flatterte die Kündigung zum 30. Juni ohne Ankündigung und Begründung ins Haus (diese Zeitung berichtete). Bei Facebook reagieren die meisten Nutzer wütend und enttäuscht. Viele kritisieren die Intransparenz auf Seiten der Gemeinde Kollmar und vermuten Neid als Ursache für die Kündigung. „Jemand“ müsse ein „dubioses Interesse“ an dieser Kündigung haben. Es werden verschiedene Theorien dazu aufgestellt. Es gibt aber auch die andere Seite, Kommentatoren, die darauf hinweisen, irgendwas müsse doch vorgefallen sein, ansonsten „würde die Gemeindevertretung nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit solche Beschlüsse verabschieden“.

Kollmars Bürgermeister Klaus Kruse, der die Kündigung nach einem Beschluss der Gemeindevertretung unterschrieben hat, gibt sich weiterhin bedeckt. Er könne nicht viel sagen, ohne Auskunft über interne Vertragsangelegenheiten und den Inhalt des nichtöffentlichen Ausschusses zu geben. Allerdings habe es in den vergangenen Jahren immer wieder mit den Inhabern des Hafensnacks Gespräche über einzelne Genehmigungen gegeben. „Ich unterschreibe eine solche Kündigung ja nicht, weil ich Lust dazu habe. Die Entscheidung resultiert aus dem Beschluss der Gemeindevertretung.“ Grundsätzlich habe die Gemeinde aber nichts gegen einen Imbiss am Hafenbecken einzuwenden. In diesem Zusammenhang verweist Kruse auch darauf, dass das von Hartmut Köhler kritisierte Aufstellungsverbot für Sitzbänke nicht von Seiten der Gemeinde gekommen sei und der Deich Sache des Landesamtes für Küstenschutz sei. Auch mit den konkurrierenden Imbissbuden habe die Gemeinde nichts zu tun – „das liegt ganz in der Verantwortung des Fährhauses“.

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