Barmstedt : Abschied nach fast 50 Jahren aus der Stadtverwaltung

Bürgermeisterin Heike Döpke verabschiedete Kämmerer Heinz Scharrel in den Ruhestand.
Bürgermeisterin Heike Döpke verabschiedete Kämmerer Heinz Scharrel in den Ruhestand.

Barmstedts langjähriger Kämmerer Heinz Scharrel ist in den Ruhestand gegangen. Im ersten Lehrjahr verdiente er 188 Mark im Monat.

shz.de von
08. August 2018, 12:00 Uhr

Barmstedt | Nach fast fünf Jahrzehnten bei der Stadtverwaltung ist Barmstedts Kämmerer Heinz Scharrel vor kurzem in den Ruhestand gegangen. Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos) verabschiedete den 63-jährigen Oberamtsrat nach 47 Jahren offiziell mit einer Urkunde. Vor seiner Pensionierung hatte er bereits Altersteilzeit genommen.

„Nach zehn Minuten hatte ich den Vertrag“

Wie er zu seinem Beruf kam? „Ich hatte meinem Vater von der Einweihung der Sporthallen an der Schulstraße erzählt, an der wir Schüler teilnahmen“, berichtet Scharrel, der in Alveslohe geboren wurde und später die damalige Chemnitzschule in Barmstedt besucht hatte. Der damalige Bürgermeister habe eine Rede gehalten. „Warum fängst Du nicht in der Barmstedter Verwaltung an?“, habe sein Vater gefragt und sich beim Bürgermeister erkundigt, ob die Verwaltung Auszubildende nehme. „Ich wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, und nach zehn Minuten hatte ich meinen Vertrag“, sagt Scharrel.

Im ersten Lehrjahr 1971 habe er pro Monat 188 Mark verdient. Die Lehre habe ihm gut gefallen. „Sie begann mit Post holen, Briefe öffnen und stempeln“, sagte er, der im Einwohnermeldeamt untergebracht war. Er durchlief alle Abteilungen. Bei der Lehrabschlussprüfung nach der verkürzten Lehre sei festgestellt worden, dass er die Befähigung zum gehobenen Verwaltungsdienst habe, sagte Scharrel und nahm das Angebot an. Das bedeutete praktisch eine zweite Ausbildung, die er im April 1974 begann und damit ins Beamtenverhältnis aufgenommen wurde.

Verwaltungsschule in Kiel

Von Oktober 1974 bis Dezember 1975 leistete Scharrel Wehrdienst. Anschließend arbeitete er erneut zwei Jahre lang in der Verwaltung und besuchte neun Monate lang die Verwaltungsschule in Kiel. Nach der Abschlussprüfung 1978 wurde er zum Stadtinspektor befördert. Er arbeitete in der Kämmerei, beschäftigte sich mit Haushaltsplanungen und Nachtragshaushalten. „Das war eine spannende Aufgabe“, sagt er. 1981 wurde ihm die Leitung des Amts für Finanzen übertragen.

Urlaubsvertretung im Standesamt

Aufregend sei 2007 der Umzug der Verwaltung in das neue Rathaus und 2008 die Zusammenlegung der Verwaltungen der Stadt mit dem Amt Hörnerkirchen gewesen. Bei der neuen Aufteilung der Ämter erhielt er das Fachamt für zentrale Dienste und Finanzen. Hinzu kamen Personalabteilung, Poststelle und EDV-Abteilung. „Statt vorher fünf waren wir dann 15 Mitarbeiter“, sagte Scharrel. Die neun Jahre als Urlaubsvertreter des damaligen Standesbeamten Hans-Jürgen Hauschildt bis 1989 fand er aufregend. „Brautpaar und Besucher haben sich in das Trauzimmer im alten Rathaus gequetscht, große Lampen, die Hitze abgaben, installiert, mit Videokameras gefilmt“, so Scharrel.

Im Ruhestand genießt er die Zeit mit seiner Lebensgefährtin Adelheid Ritter, mit Familie, Freuden und besonders seinem Enkel. Zudem werkelt er gern in Haus und Garten, liebt Ausflüge und im Winter Reisen in sonnige Gefilde.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen