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Barmstedter Zeitung

20. August 2017 | 00:39 Uhr

Abholzung sorgt für Empörung

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

BaumfällungenArbeiten am Krückauwanderweg entsetzen Politiker und Bürger / Verwaltung: Erlen waren nicht standsicher

Das Fällen von etwa 40 Bäumen entlang des Krückauwanderwegs hat bei vielen Barmstedtern für Empörung gesorgt. „Auf diese Abholzaktion haben mich so viele Leute angesprochen wie in den vergangenen drei Jahren auf kein anderes Thema“, sagte BALL-Fraktionschef Günter Thiel am Dienstag während der Stadtvertretersitzung. Zur Sprache gebracht hatte das Thema Axel Schmidt (FWB), der sich über das Ausmaß der Fällungen ärgerte. „Man konnte an den Stümpfen erkennen, dass zehn bis zwölf Bäume abgängig waren. Der Rest sah noch okay aus.“ Sie seien folglich unnötigerweise gefällt wurden.

„Wie konnte es zu diesem Desaster kommen?“, fragte Schmidt in Richtung Verwaltung und fügte hinzu, „ob das vielleicht auch disziplinarische Folgen haben sollte“. Zudem erinnerte er an die drei großen Eichen auf dem städtischen Grundstück nördlich des Bahnhofs, die in einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ gefällt worden seien. „Damals haben wir lange darüber gesprochen.“ Genützt habe es anscheinend nichts. Die Stadt sollte wieder den Umweltausschuss tagen und über derartige Aktionen beraten lassen, forderten Schmidt und Thiel.

Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos) räumte ein, das „Maß der Abholzung“ sei „deutlich überschritten worden“. Der Kreis habe lediglich das Fällen von 15 bis 16 Bäumen gestattet. „Die Verwaltung untersucht gerade die Hintergründe“, sagte Döpke.

Gestern teilte Stadtsprecher Wolfgang Heins auf Anfrage unsere Zeitung mit, die Verwaltung gehe zurzeit davon aus, dass die Arbeiten „rechtlich nicht zu beanstanden“ seien. Gleichwohl hätte vor der Aktion nach rathausinternen Vorgaben eine Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises erfolgen sollen. „Ob das im vollen Umfange geschehen ist, wird in der kommenden Woche geprüft.“

Grundsätzlich seien die Fällungen aber in Absprache mit dem Gewässerverband als „sinnvoll und notwendig“ eingestuft worden, erklärte Heins. Mehrere gesunde Erlen hätten im Uferbereich keine dauerhafte Standfestigkeit entwickeln können. Die hohe Zahl der Fällungen sei wohl darauf zurückzuführen, dass über das gesamte Jahr hinweg „in verschiedenen Bereichen Notwendigkeiten erkannt wurden und dies auf den jetzt zulässigen Zeitrahmen für solche Arbeiten verschoben wurde“.

Es werde jetzt diskutiert, ob die Maßnahmen auch mit dem Umweltausschuss hätten abgestimmt werden müssen, teilte Heins mit. „Dazu werden noch Gespräche folgen.“ In jedem Falle habe sich die Verwaltung über Ersatzpflanzungen Gedanken gemacht. Gedacht sei an standortgerechte Bäume wie Flatterulmen. Für Axel Schmidt ein schwacher Trost. „Für die gesunden Bäume waren die Fällungen ihr Todesurteil“, sagte er gestern.

Die Abholzaktion erinnerte viele an die umfangreiche Abholzung auf einem Privatgrundstück am Bornkamp, die im Oktober für Aufregung gesorgt hatte (wir berichteten).

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erstellt am 17.Dez.2016 | 16:00 Uhr

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