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Zoff um Barmstedter Spielplatz : Abenteuerschiff in schwerer See

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

20.000 Euro für ein Spielgerät? Manch ein Bürger hält das neue Abenteuerschiff am Rantzauer See für zu teuer. Die Stadt kann die Vorwürfe nicht verstehen.

20.000 Euro hat das neue Abenteuerschiff für den Spielplatz am Rantzauer See gekostet. Doch die Investition für das von der Politik als „Aushängeschild“ gelobte Gerät stößt nicht bei allen Bürgern auf Gegenliebe. „Die Stadt sollte das Geld lieber in die Pflege der anderen Spielplätze stecken“, findet ein Barmstedter. „Die sind zum Teil ziemlich heruntergekommen“, meint er und führt als Beispiel die Flächen am Hermann-Löns-, Rudolf-Kinau-Weg und an der Düsterlohe an. Eine andere Barmstedterin, die sich mit Bekannten über das Thema unterhalten hatte, hält die Sanierung der maroden Straßen für wichtiger als das neue Spielgerät – und betont: „Dieser Meinung bin nicht nur ich.“

Bei den Besuchern des See-Spielplatzes kommt das Abenteuerschiff indes gut an – vor allem natürlich bei den kleinen. So erobert Jonah (19 Monate) ein ums andere Mal die Plattform, um dann auf der anderen Seite die Rutsche hinunterzusausen. Sein Vater Fjonn Reinbender wundert sich zuerst, als er hört, wie teuer das Spielgerät war. „Aber naja – das ist ja schon eine etwas aufwändigere Konstruktion“, sagt er dann. Und der Spielplatz sei schließlich ein wichtiger Anlaufpunkt für Auswärtige. „Wir gehen hier auch gern hin“, sagt Reinbender, der mit seiner Frau und den zwei Kindern im Sommer aus Elmenhorst (Kreis Stormarn) nach Barmstedt gezogen ist. Der Spielplatz Auf der Ohe, der in der Nähe ihres Hauses liegt, sei nämlich weniger schön. „Den kann man eigentlich nicht als Spielplatz bezeichnen.“

Dass 20 000 Euro für ein neues Spielgerät ausgegeben wurden, sei eine Ausnahme, sagte Stadtsprecher Michael Lantau auf Anfrage unserer Zeitung. Normalerweise investiere die Stadt in Neuanschaffungen für die 17 Spiel- und Bolzplätze insgesamt etwa 5 000 Euro pro Jahr. „Die sind schnell weg, das reicht oft nur für eine Schaukel“, sagte Fachamtsmitarbeiter Peter Knaak.

Die Pflege und Unterhaltung der zwischen 150 und 1000 Quadratmeter großen Plätze kostet laut Lantau jährlich etwa 7 000 Euro. Dazu kämen die Bauhofleistungen in Höhe von 30 000 Euro: Zwei „extra geschulte“ Mitarbeiter – einer von ihnen ist zudem gelernter Tischler – nehmen jeden Platz einmal im Monat unter die Lupe. „Bei Bedarf erneuern sie Sand, bessern Holzbalken aus oder erledigen kleinere Reparaturen vor Ort“, sagte Knaak. Stehen größere Reparaturen an, werde das Spielgerät abgebaut und über Winter auf Vordermann gebracht. Nach jeder Reparatur prüfe ein Sicherheitsingenieur, ob sie fachgerecht ausgeführt wurde. Darüber hinaus kontrolliere der Experte einmal jährliche sämtliche Geräte auf Barmstedts Spielplätzen und fertige für jedes einzelne einen Prüfbericht an.

Zur Kritik des eingangs zitierten Barmstedters sagte Lantau, die Grünfläche rund um das Ehrenmal an der Düsterlohe sei schon lange kein städtischer Spielplatz mehr, sondern werde vom Kreisjugendring unter anderem für einen Hochseilgarten genutzt. Weshalb dort noch ein Spielplatz-Schild stehe, wisse er nicht. Auch der Spielplatz am Hermann-Löns-Weg – ebenfalls noch als solcher ausgewiesen – sei aufgelöst worden, da sich nur 50 Meter entfernt mit dem Spielplatz am Rudolf-Kienau-Weg eine Alternative befinde. „Und die Geräte sind da alle in Ordnung“, betonte Knaak.

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