Vibrationen von Baustelle : Beverner Bürger weisen auf Schäden an ihren Häusern hin – Amt widerspricht

Avatar_shz von 18. August 2021, 18:00 Uhr

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Die Anwohner der Straße Am Wiesengrund (rechts) beklagen Risse in ihren Häusern, die durch die Erschließungsarbeiten im Beverner Baugebiet (links) entstanden sein sollen.
Die Anwohner der Straße Am Wiesengrund (rechts) beklagen Risse in ihren Häusern, die durch die Erschließungsarbeiten im Beverner Baugebiet (links) entstanden sein sollen.

Das Amt Rantzau ist der Meinung, dass die Immobilienschäden nicht durch die Baustelle entstanden sind. Anwohner bemängeln fehlende Kommunikation und weisen auf Lärm und Risse in ihren Hauswänden hin.

Bevern | In Bevern bebt die Erde. Vibrationen lassen die Gläser in den Vitrinen klirren, das Wasser im Pool schlägt Wellen, in den Hauswänden bilden sich Risse und der Lärmpegel bewegt sich gerade noch in einer zulässigen Grenze. So beschreibt Einwohner Boris Lienig, was er seit Beginn der Erschließungsarbeiten im neuen Baugebiet durchmacht. Anwohner zählt 54 Risse an seinem Haus „54 Risse zähle ich per heute. Mein Haus ist elf Jahre alt. Ich habe mich mit meinem Problem an die Baufirma gewandt, zusätzlich an das Amt Rantzau, an die Bauingenieure und an die Gemeinde. Doch ich bekomme keine Antwort“, so der Anwohner der Straße Im Wiesengrund. Neben ihm nutzten etliche Anwohner die jüngste Sitzung der Gemeindevertretung im Gemeindehaus, um mit ihren Sorgen und Nöten Gehör zu finden. Es geht zügig voran, die Arbeiten sind im Zeitplan, das Wetter macht Schwierigkeiten, es ist zu nass. Dabei stellte Bürgermeister Johann Hachmann noch zu Beginn der Sitzung fest: „Wir haben eine relativ einfache Tagesordnung.“ Zum Thema Baugebiet sagte er: „Es geht zügig voran, die Arbeiten sind im Zeitplan, das Wetter macht Schwierigkeiten, es ist zu nass. Fast alle Leitungen sind verlegt. Das Regenrückhaltebecken ist fast fertig, offen ist noch die Einzäunung.“ Grundstücksverkauf steht erst noch bevor Außer einem Grundstücksverkauf im gewerblichen Teil des Baugebietes an die Raiffeisen-Technik Westküste konnte er noch keine weiteren Verkäufe vermelden. Rolf Tewes, stellvertretender Bauausschussvorsitzender, stellte fest: „Erst wenn die Grundstücke eingemessen sind und alle eine Flurstücknummer haben, können weitere Verträge geschlossen werden. Und die Baustraße muss fertig sein, damit die Grundstücke erreicht werden können.“ Mit Beginn der Arbeiten im hinteren Teil haben die Schäden eingesetzt. Was soll erst werden, wenn die näher kommen? Um genau diese Arbeiten mit den damit verbundenen Belästigungen ging es den anwesenden Einwohnern. Lienig hierzu: „Mit Beginn der Arbeiten im hinteren Teil haben die Schäden eingesetzt. Was soll erst werden, wenn die näher kommen? Den Lärmpegel nehme ich in Kauf, aber die Schäden nicht. Es muss etwas passieren.“ Anwohner vermissen Ansprechpartner Etliche Mails wurden inzwischen ausgetauscht zwischen der Gemeinde, dem Amt Rantzau, der Baufirma Tief- und Straßenbau Nord (TSN) und den leitenden Bauingenieuren. Doch die Anwohner vermissen einen Ansprechpartner. So auch Kai Dannenberg, bei dem die entstandenen Schäden zwar begutachtet wurden, aber Informationen über den weiteren Fortgang fehlen. Gemeinde will Gutachter nicht bezahlen „Zwei Ingenieure waren mit dem Leiter des Amtes Rantzau, Matthias Bagger, vor Ort und haben sich die deutlich sichtbaren Risse angesehen. Mein Haus wurde vor 18 Jahren mit Holzständerwerk erstellt und hat nun Risse im Giebel auf der bauzugewandten Seite. Man hat mir einen Gutachter empfohlen“, so Dannenberg. Sein Kompromissvorschlag, wonach die Gemeinde den Gutachter bezahlen solle, wurde nicht angenommen. Wir haben ein Bodengutachten teuer bezahlt und die Grundstücke sind weit genug entfernt von der Baustelle. Das Amt Rantzau ist der Meinung, die Immobilienschäden seien nicht durch die Baustelle entstanden. Auch Hachmann sieht keine Verantwortung bei der Gemeinde. „Wir haben ein Bodengutachten teuer bezahlt und die Grundstücke sind weit genug entfernt von der Baustelle. Der Bauingenieur hat uns versichert, dass keine Schäden entstehen können.“ Auch die Firma TSN berufe sich auf das Bodengutachten und schlage daher eine Haftung aus. Anwohner fühlen sich nicht ernstgenommen Andere betroffene Bürger wie Wolfgang Knief oder Ursula Aulkemeyer haben noch keine Beschädigungen festgestellt, beklagen aber ebenso die fehlende Kommunikation. „Ich bin enttäuscht vom Gemeinderat, niemand lässt sich blicken und fragt einmal nach, immer nur Mailverkehr. Ich fühle mich nicht ernst genommen“, so Dannenberg. Runder Tisch soll für Klärung sorgen Es war an Tewes, der die Wogen glättete und ein Treffen aller Beteiligter auf der Baustelle vorschlug. An einem folgenden runden Tisch sollen dann die Antworten auf die Fragen nach Schäden, Haftung und Beseitigung gefunden werden. ...

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