7000 Euro für Förderung von Talenten

Die Auszubildende Stella Timm servierte bei der Karpfenprobe den Bokeler Fisch in verschiedensten Varianten.  Fotos: Jann Roolfs
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Die Auszubildende Stella Timm servierte bei der Karpfenprobe den Bokeler Fisch in verschiedensten Varianten. Fotos: Jann Roolfs

Karpfenprobe mit Spendenübergabe in Bokel

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19. Oktober 2018, 16:00 Uhr

„Sensationell“ findet Oliver Huckfeldt den Fisch. „Vom Gewicht her weniger, als wir uns vorgestellt hatten“, meint Hotelier Rainer Erich: „Bei der Hitze hatten auch die Karpfen keine Lust zu fressen“. Wie er schmeckt, der Karpfen aus dem Bokeler See, das erfuhren 20 Gäste am vergangenen Mittwoch bei der Karpfenprobe in Erichs Hotel Bokel-Mühle am See. Und beim Essen taten sie gleich noch Gutes: 7 000 Euro sammelte Erich an Spenden für den Berufsnachwuchs in der Gastronomie.

„Es ist immer ein zähes Ringen“, beschrieb der Bokeler Hotelier das Geldsammeln bei seinen Lieferanten und Geschäftspartnern. Aber es lohne sich: Seit 1982 stellt er die alljährliche Karpfenprobe in den Dienst der Talenteförderung, dabei sind insgesamt mehr als 200 000 Euro zusammengekommen, erläuterte der Wirt. Wie das Geld eingesetzt wird, erklärte Axel Strehl, der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Schleswig-Holstein: Der Verband schickt die besten Auszubildenden in den Berufen Hotel- und Restaurantfachkraft sowie Koch zu Berufswettbewerben. In gut einer Woche werden die schleswig-holsteinischen Vertreter in Berlin beim Bundeswettbewerb antreten. Vorbereitungen, Organisation und Seminare, darum kümmert sich innerhalb der Dehoga der Verein Gastro.

Abwerben oder ausbilden, das waren für Rainer Erich 1980 die beiden Möglichkeiten, einen Koch für das Bokeler Hotel zu finden, das er gerade als Chef übernommen hatte. „Fachkräftemangel ist eine Riesengeschichte“, sagt der Gastronom. Seitdem hat Rainer Erich fast 100 junge Leute ausgebildet. Stolz berichtet er, dass die besten Jungköche der Kreise Pinneberg, Segeberg und Steinburg in den vergangenen beiden Jahren aus seinem Haus kamen. Aktuell sind unter seinen 30 Angestellten fünf Azubis.

Einer, der bei ihm gelernt hat, zeichnete am Mittwoch für das Menü zuständig: Oliver Huckfeldt. Karpfensuppe, den klassischen Karpfen blau und gezupften Karpfen im Tramezzini-Mantel mit Chorizosauce ließ er servieren. Dass der Bokeler Karpfen besonders gut schmecke, liege am hauseigenen Gewässer, erläuterte der Koch. Der Mühlensee wird von einem Bach durchflossen, die Fische schwimmen dort immer in bewegtem Wasser, so dass ihr Fleisch kein modriges Aroma annimmt.
Am 28. Oktober wird in Bokel die Saison richtig starten. Dann werden die Karpfen aus dem See geholt und verkauft (siehe Info-Kasten).

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