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Barmstedt : 6000 Euro für Kultur auf der Insel

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Volksbank springt als Sponsor ab – der Kulturausschuss will die Lücke schließen. Die Suche nach privaten Geldgebern ist erfolglos.

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2014 | 10:00 Uhr

Barmstedt | Die Volksbank wird für die Kulturarbeit auf der Schlossinsel Rantzau im kommenden Jahr keinen Zuschuss mehr gewähren – dafür will die Stadt mit 6000 Euro in die Bresche springen. Das hat zumindest der Kulturausschuss einstimmig beschlossen; die Entscheidung der Stadtvertretung steht noch aus. Zudem unterstützten die Stadtwerke die Länderwochen und den Skulpturenpark mit 3500 Euro.

„Die Volksbank setzt in ihrer Förderung 2015 andere Prioritäten. Wir sind deshalb dringend auf die Förderung der Stadt angewiesen, damit die Projekte laufen können“, sagte Künstlerin Karin Weißenbacher, die die Galerie III auf der Schlossinsel leitet. Der Zuschuss sei „auf ein gerade noch vertretbares Minimum reduziert worden“, betonte sie. Es sei ein „Mini-Grundstock“, um die jährlich sechs Ausstellungen finanzieren zu können. Für Versicherungen, Künstlerhonorare, Transport, Aufbau, Gema-Gebühren, Aufsicht, Reinigung und weitere Arbeiten würden jährlich knapp 40.000 Euro fällig. Bisher seien etwa die Kunstwerke aus Kostengründen nicht versichert gewesen, so Weißenbacher. Das sei „im Grunde genommen nicht länger verantwortbar“. Transportiert worden seien die Objekte meist privat – was „haftungsrechtlich ebenfalls nicht unbedenklich“ sei. Auch der Einsatz der fünf ehrenamtlichen Helfer – die unter anderem beim Aufbau und der Betreuung der Künstler helfen – sei „nicht ganz ohne finanzielle Mittel darstellbar“. Und viele Leistungen würde sie selbst ehrenamtlich erbringen.

Christian Schönfelder (FWB) tat sich mit der Zustimmung am schwersten. „Sicherlich geben wir für andere Sachen deutlich mehr Geld aus“, sagte er. „Aber auf der anderen Seite ist Kulturförderung eine freiwillige Leistung der Stadt.“ Wie es mit der Suche nach privaten Sponsoren aussehe, wollte er von Weißenbacher wissen. „Wir versuchen es laufend, aber es ist leider erfolglos“, berichtete sie. Hohe Beträge habe bisher keiner spenden wollen, „und mal 100 Euro bringen es nicht“.

Ärgerlich sei, dass das Land und der Kreis sich aus der Kulturförderung zurückziehe, stellte Schönfelder fest. „Und an den Ärmsten bleibt es dann hängen.“ Letztlich stimmte er aber doch zu– zur Freude der Künstlerin. „Ich freue mich, dass die jahrelange Arbeit auch auf diese Weise anerkannt wird“, sagte Weißenbacher.

Die Klasse 3a der Grund- und Gemeinschaftsschule hat mit ihrer Lehrerin Ingrid Langner die Ausstellungen auf der Schlossinsel besucht. Die Schüler ließen sich nicht lange bitten, Karin Weißenbacher Fragen zu stellen. „Wie machst du die Rahmen?“ wollte ein Junge wissen, ein anderer: „Wie lange hast du an dem großen Pferd gearbeitet?“ Geduldig erklärte die Künstlerin die Schritte ihrer Arbeit und zeigte den wissbegierigen Schülern auch die Außenarbeiten. Den großen Vogel von Peer Oliver Nau fanden sie faszinierend – besonders, als sie erfuhren, dass er aus einem einzigen großen Baumstamm geschnitzt wurde. „Wir machen praktische Anschauung im Rahmen des Kunstunterrichts, und ich finde es wichtig, dass die Kinder Örtlichkeiten wie eine Künstlerwerkstatt in Barmstedt und die Schlossinsel persönlich kennenlernen“, sagte Langner.
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