60 Absolventen mit großen Plänen

Die Freunde Cevin Siepmann (von links), Max Wedemann und Leon Beykirch wollen nach dem Abitur studieren – in Neckarsulm, Hamburg und am liebsten in Amerika.
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Die Freunde Cevin Siepmann (von links), Max Wedemann und Leon Beykirch wollen nach dem Abitur studieren – in Neckarsulm, Hamburg und am liebsten in Amerika.

Barmstedts Abiturienten wollen ins Ausland, studieren oder eine Ausbildung beginnen / Entlassungsfeier in der Sporthalle

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17. Juni 2019, 16:00 Uhr

Barmstedt | Das war knapp. Fast wäre die Verabschiedung der Abiturienten am Barmstedter Gymnasium dem Gewitter des vergangenen Wochenendes zum Opfer gefallen. „In der Nähe unserer Schule war ein Blitz eingeschlagen. Dadurch funktionierten das Internet und das Verwaltungsnetz nicht mehr“, berichtete Oberstufenleiter Mario Bäumer gestern während der Entlassungsfeier in der Sporthalle. Er habe sich die ganze Zeit gefragt, ob es mit den Abiturzeugnissen überhaupt noch klappe, sagte er. „Aber es ist ja nochmal gut gegangen.“ Zusammen mit zahlreichen Verwandten und Lehrern der Abiturienten erlebte er dann entspannt die Band Barmstedt Brass, die die Feier mit kräftigem Ton eröffneten.

Die frischgebackenen Abiturienten haben ganz unterschiedliche Pläne. Cevin Siepmann etwa will im September bei einem großen Unternehmen ein duales Studium in Neckarsulm zum Wirtschaftsinformatiker beginnen. „Das hatte ich schon am Ende der zwölften Klasse geklärt und einen Vertrag unterschrieben. Daher war das Abitur entspannt“, sagte er.

Seine Freunde haben ganz andere Ziele. So will Max Wedemann ab Oktober für ein halbes Jahr auf große Asientour gehen. „Ich starte auf Bali für zwei Wochen. Dann folgen Indonesien, Thailand, Vietnam und vieles spontan. Ab nächstem Jahr studiere ich dann Personalmanagement in Hamburg“, berichtete er. Er habe sich vor einem Jahr mit einem Start-up selbstständig gemacht, „und das Fach interessiert mich“.

Der Dritte im Bunde ist Leon Beykirch. „Ich will am liebsten nach Amerika und dort mit einem Stipendium Sportwissenschaften studieren. Aber das ist noch in der Schwebe. Wenn es nichts wird, gehe ich vielleicht zur Polizei“, sagte er.

Auch die Abiturientinnen haben ambitionierte Ziele. So erklärte Hanna Knüppel auf die Frage nach ihren Plänen: „Ich werde mich jetzt bei verschiedenen Unis für ein Jurastudium einschreiben und mal gucken, wohin es mich verschlägt.“ Ihre Eltern seien auch in dem Bereich tätig, begründete sie ihr  Interesse an dem Fach. Melina Weiß aus Barmstedt hat bereits im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) einen Ausbildungsplatz zur Diätassistentin. Sie sei froh, dass die Schulzeit vorbei sei, sagte sie. „Das letzte halbe Jahr war stressig und immer ein gewisser Druck da. Man hatte aber sehr viel Unterstützung von den Lehrern.“

Jenny-Marie Labetzki will sich an mehreren Unis einschreiben. Sie wisse aber noch nicht genau, in welche Richtung es gehen soll. „Ich tendiere zu Grundschullehramt, vielleicht auch international“, sagte sie. Fenja Söth zieht es ins Ausland. „Ich habe ein Sportstipendium in North Carolina bekommen, das Visum steht aber noch aus“, berichtete die Hobby-Fußballerin. Ganz in der Nähe bleibt Konchaban Kolb. „Ich bin froh, dass ich es geschafft habe, und fange jetzt ein Studium in Medien- und Kommunikationsmanagement in Hamburg an“, berichtete sie erfreut.

Schulleiter Jan Skendzic nahm in seiner Rede auf aktuelle Themen Bezug. Zunächst stellte er fest, dass die Matheklausuren in Barmstedt – anders, als in anderen Kommunen beklagt – nicht zu schwer gewesen seien. Zudem ging er auf die Schülerbewegung Fridays for future ein. „Das Engagement der Schüler ist lobenswert – entscheidend ist aber, was hinten heraus kommt“, sagte er und resümierte: „Wenn unser eigenes Verhalten sich nicht ändert und wir das nicht hinterfragen, nützt alles Demonstrieren nichts.“

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