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Spende aus Barmstedt : 5000 Euro für Hilfe in Guatemala

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Erlöse aus dem Weihnachtsmarkt in Barmstedt fließen in Entwicklungshilfeprojekte in Guatemala. Die Kita Rasselbande hat Rainer Sanchez von der Organisation „Taten statt Worte“ 3400 Euro übergeben.

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Barmstedt | Die Barmstedter Kita Rasselbande hat Rainer Sanchez und seinem Team von der Hilfsorganisation „Taten statt Worte“ vom Erlös des Verkaufs auf dem Weihnachtsmarkt 3400 Euro gespendet (siehe Infokasten). „Das ist eine tolle Zuwendung, mit der wir unsere Projekte in Guatemala weiter finanzieren können“, sagte Sanchez, der die private Hilfsorganisation nach 37 Jahren vor kurzem in einen gemeinnützigen Verein umgewandelt hat.

<p>Rainer Sanchez (M.) freute sich über die hohe Spende der Kita Rasselbande. </p>

Rainer Sanchez (M.) freute sich über die hohe Spende der Kita Rasselbande.

Foto: Helga Pergande

Das Sanchez-Team, das beim Weihnachtsmarkt mit dem eigenen Stand 1650 Euro eingenommen hatte, informierte die Eltern und Erzieherinnen der Rasselbande im Rahmen der Scheck-Übergabe, wohin die Spenden fließen – etwa in das Instituto Gabi und Rainer Sanchez in Guatemala Stadt, eine Schule für Menschen ohne Schulbildung. „Sie arbeiten auf der riesigen Müllhalde in der Hauptstadt, um ihre Familien zu ernähren. Auch Kinder und Jugendliche müssen dort arbeiten“, sagte Sanchez. „Taten statt Worte“ finanziert die Lehrer und sorgt für Schulmaterial.

Zurzeit werden 141 Schüler unterrichtet

Zurzeit werden 141 Schüler unterrichtet, elf von ihnen bereiten sich auf das Abitur vor. Es werden auch berufsvorbereitende Kurse angeboten. „Junge Menschen und solche, die aufgrund ihres Alters keinen Anspruch mehr auf Schulbildung haben, erhalten im  Instituto die Chance, sich aus dem Elend zu befreien – nach unserem Grundsatz Hilfe zur Selbsthilfe“, sagte Sanchez, der darauf hinweist, dass jeder gespendete Cent dort ankommt, wo er Not tut. Alleinerziehende Frauen erhalten Minikredite, um sich eine kleine Existenz aufzubauen.

Einen 15-jährigen Schüler der achten Klasse hat das Instituto verloren, als 2016 ein riesiger Erdrutsch aufgrund einer Überschwemmung einen Teil der Müllhalde und des Slums auf der Halde überwalzte. Der Schüler war einer von bis zu 200 Personen, die gerade auf der Halde arbeiteten und bis heute spurlos im Müll verschwunden sind. Das Sanchez-Team setzte nach der Katastrophe eine Soforthilfe in Gang, um im Slum, wo viele der Schüler wohnen, Wege zu planieren, Frischwasserversorgung sicherzustellen, Latrinen zu bauen und Dächer und Wände zu reparieren sowie neue Hütten zu bauen.

„Das Erziehungspersonal wird ab und zu von Schutzgelderpressern bedroht“

Ebenfalls in der Hauptstadt unterstützt die Organisation eine Kindertagesstätte im Viertel Lomas de Santa Faz, eine „rote Zone“,  die es besser nicht zu betreten gilt. Morde, Überfälle und Kriege zwischen verfeindeten Drogenkartellen sind an der Tagesordnung. 35 Kinder zwischen ein und sechs Jahren erhalten in der Kita regelmäßige Mahlzeiten, lernen soziales Verhalten, Konflikte friedlich auszutragen, erfahren Liebe, und sie dürfen gefahrlos spielen. „Das mutige Erziehungspersonal wird ab und zu von Schutzgelderpressern bedroht und lässt sich nicht einschüchtern“, so Sanchez.

Das dritte Projekt wird im Hochland umgesetzt – 200 Kilometer nördlich von Guatemala-Stadt entfernt. Dort bietet das Sanchez-Team indigenen, von den Maya abstammenden Familien, die von Großgrundbesitzern ausgebeutet werden, ebenfalls Hilfe zur Selbsthilfe an. Sie erhalten Schulungen in nachhaltiger Landwirtschaft und Minikredite, um sich Saatgut und Tiere anzuschaffen und auf ihren Parzellen unabhängig zu werden.

Eltern und Erzieher der Rasselbande stehen während des Weihnachtsmarkts seit etlichen Jahren mit ihrem Stand neben dem des Sanchez-Teams auf dem Kirchenhügel und verkaufen Punsch und Waffeln sowie Schmalzbrote und selbst gebastelte Weihnachtsgestecke auf Baumwurzeln, die bei den Besuchern erfahrungsgemäß sehr begehrt sind.
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