Barmstedt : 450.000 Euro vom Jahresgewinn 2014 fließen an die Stadt

Statt 318.000 Euro, werden 450.000 Euro abgegeben.

Statt 318.000 Euro, werden 450.000 Euro abgegeben.

Die Politik beschließt: 450.000 Euro vom Jahresgewinn 2014 fließen an die Stadt. Bürgermeisterin befürwortet die Entscheidung.

shz.de von
11. Dezember 2015, 00:32 Uhr

Barmstedt | Die Barmstedter Stadtwerke müssen deutlich mehr vom Gewinn an die Stadt abführen als geplant: Statt 318.000 Euro, werden es 450.000 Euro sein. Das haben jetzt die Stadtvertreter beschlossen – und damit auf den Beschluss aus dem Werkausschuss noch einmal 50.000 Euro „draufgesattelt“.

Wie berichtet, hatten die Stadtwerke im vorigen Jahr 781.000 Euro Gewinn erwirtschaftet. Zusammen mit dem Gewinn der Vertriebsgesellschaft, beträgt er 1,6 Millionen Euro – etwa 50 Prozent mehr als 2013. Damals waren 450.000 Euro an die Stadt geflossen. „Jetzt soll es weniger sein, obwohl der Gewinn so gestiegen ist – das kann ich nicht nachvollziehen“, sagte Michael Schönfelder (FWB). Seine Fraktion beantrage daher, in diesem Jahr ebenfalls 450.000 Euro abzuführen. Die von Stadtwerkeleiter Fred Freyermuth angeführten Investitionen „werden trotzdem möglich sein“, und auch die Eigenkapitalquote werde steigen: von 27,2 auf 27,5 Prozent. „Bei 400.000 Euro wären es 28 Prozent.“

CDU und BALL lehnten die höhere Abführung ab. „Das Gemeindeprüfungsamt empfiehlt eine Eigenkapitalquote von 30 bis 40 Prozent“, sagte Dietrich Tetz (CDU). Die Quote sei „wichtig, denn Eigenkapital ist für ein Unternehmen so wichtig wie für einen Menschen Vitamine“. Günter Thiel (BALL) kritisierte die Diskussion als „seltsames Gefeilsche. Wir unterstützen den Beschluss aus dem Werkausschuss.“

Bei der Frage über die Höhe der Abführung müsse die Politik auch die Verwaltung im Auge haben, sagte Peter Gottschalk (FWB). „Denn die ist auch für die Versorgung der Bürger zuständig, und wir müssen abwägen, was wichtiger ist: ein florierendes Unternehmen oder eine funktionierende Verwaltung?“ Er denke nicht, „dass sich die Situation der Stadtwerke verschlechtert – aber die der Stadt wird sich nicht verbessern“. Am Ende war die Entscheidung knapp: Neun Politiker (FWB, SPD und Grüne) stimmten für den FWB-Antrag, acht (CDU und BALL) lehnten ihn ab.

Freyermuth und Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos) zeigten sich mit dem Beschluss zufrieden. „Das ist ein guter Kompromiss“, sagte Freyermuth. Döpke erklärte, aus ihrer Sicht sei das Ergbnis „völlig in Ordnung. Als Eigenbetrieb der Stadt sollten die Stadtwerke auch an unserem Defizit beteiligt werden.“ Am Dienstag, 15. Dezember, wird der Hauptausschuss über den Gewinn der Vertriebsgesellschaft beraten – allerdings nicht-öffentlich.

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