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Barmstedt : 290.000 Euro für mehr Attraktivität

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Aktivregion: Investitionen in sieben Projekte. Gemeindeprüfungsamt kritisiert den Kauf der Elektrofahrräder als unwirtschaftlich.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2014 | 13:00 Uhr

Barmstedt | 290.000 Euro hat Barmstedt seit 2007 investiert, um für Touristen und die eigenen Bürger attraktiver zu werden. Allerdings musste die Stadt nicht alles aus eigener Tasche zahlen: Da die Aktivregion Holsteiner Auenland, der Barmstedt angehört, die sieben Projekte der jetzt beendeten Förderperiode mit 127.000 Euro bezuschusst hat, musste die Stadt nur 163 000 Euro selbst aufbringen. Das Geld floss in den barrierefreien Zugang zur Schlossinsel (126.000 Euro/Zuschuss: 50 000 Euro), die Umgestaltung der Kircheninsel (67.000 Euro/31.000 Euro), die Anschaffung von 15 Elektrofahrrädern (26.000 Euro/12.000 Euro), ein Leitsystem am Rantzauer See (30.500 Euro/14.000 Euro), ein verbessertes Freizeitangebot für Jugendliche am See (,Jugendhütte’, 16.000 Euro/ 8700 Euro), eine Ausbildungsinitiative im Internet für Barmstedt und das Umland (14.300 Euro/7.000 Euro) sowie in eine Machbarkeitsstudie für die Schlossinsel (10.200 Euro/4700 Euro).

Die Verwaltung ist mit den Ergebnissen zufrieden. „Aus unserer Sicht ist alles gut gelaufen“, sagte Stadtsprecher Michael Lantau, der auch für das Amt Hörnerkirchen zuständig ist, wo ebenfalls drei Projekte realisiert wurden. „Für die Kommunen ist etwas Nachhaltiges geschaffen worden.“ Aus Sicht des Gemeindeprüfungsamts (GPA) stellt sich die Lage zumindest in Bezug auf die Elektrofahrräder – die 2010 angeschafft wurden – allerdings etwas anders dar: Im Prüfbericht für die Jahre 2008 bis 2012 wird das Projekt stark kritisiert. „In 2011 sind 95 Ausleihungen abgerechnet worden. (...) Bemerkenswert ist, dass pro Tag höchstens ein Entleihvorgang (...) abgerechnet wurde“, schreibt das GPA. Den Einnahmen in Höhe von 1150 Euro stünden Ausgaben in Höhe von 14.000 Euro gegenüber. Lantau räumt ein, die Fahrräder – die am Bootssteg am Rantzauer See verliehen werden – würden „eventuell nicht so angenommen wie erhofft. Aber es soll auch ein Angebot zum Einstieg in die E-Mobilität sein.“

In dieser Saison wurde am Rantzauer See 96 Mal ein Elektrofahrrad ausgeliehen, 2013 waren es 175 Entleihungen. Für 2012 legte die Verwaltung keine Zahl vor. Die Stadt Wedel hatte es mit ihren 50 Elektro-Leihrädern („Wedelecs“) jüngst zu zweifelhaftem Ruhm gebracht: Laut dem Schwarzbuch des Landes kostete das erfolglose Projekt der Stadt 220.000 Euro (diese Zeitung berichtete).

Dennoch sind Verwaltung und Politik grundsätzlich von der Mitgliedschaft in der Aktivregion überzeugt: So hatte die Stadtvertretung jüngst auch mitgezogen, als der Beitrag für die kommende Förderperiode (bis zum Jahr 2020) von 50 Cent auf 65 Cent pro Einwohner und somit auf insgesamt 6500 Euro steigen sollte.

Konkrete Projekte für die nächsten Jahre gäbe es bisher nicht, sagte Lantau. „Aber wir werden mit Sicherheit welche anmelden.“ Zumal alle von Barmstedt und den Ämtern Rantzau und Hörnerkirchen angeregten Projekte genehmigt worden seien. „Allerdings ist es ein sehr bürokratisches Verfahren, so dass es vom Antrag bis zur Bewilligung sehr lange dauert.“ Für die Stadt Barmstedt ist Wolfgang Heins, für das Amt Hörnerkirchen Michael Lantau und für das Amt Rantzau Reimer Offermann im Beirat der Aktivregion vertreten.

Im Amt Rantzau hat die Aktivregion das Melkhus in Heede gefördert. Für die knapp 15.000 Euro erhielt Eigentümer Bernd Huckfeldt einen Zuschuss in Höhe von 5200 Euro. Im Amt Hörnerkirchen konnte sich Rainer Erich, Inhaber des Ring-Hotels Bokel Mühle, über 2500 Euro Zuschuss für die 7000 Euro teure Machbarkeitsstudie Bokel Mühle freuen. Die vier Gemeinden im Amt Hörnerkirchen erhielten 6900 Euro für die 15.000 Euro teure Entwicklung von Ideen, wie sie sich zukunftsfähig gestalten können. Für ein erstes konkretes Projekt – die Einrichtung einer Begegnungsstätte in der Grundschule – gab es 16.800 Euro Zuschuss – knapp die Hälfte der Gesamtkosten (36.400 Euro).
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