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125 Jahre: Fröhliche Geburtstagsfeier auf dem Friedhof

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

„Unsere Stadt wird durch diesen wunderschönen Friedhof geprägt. Wir haben hier einen Park, der zum Spazierengehen und zum Verweilen einlädt“, sagte Barmstedts Bürgervorsteher Christian Kahns (FWB) am Sonntag bei den Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen des Barmstedter Friedhofs am Messhorn. Er bedankte sich mit „Martin-Luther“-Rosen bei Friedhofsverwalter Uwe Schinkel, der es mit seinem Team ermögliche, dass die Barmstedter einen lebendigen Friedhof erleben dürfen.

Nach dem festlichen Gedenkgottesdienst, den Pastor Bert Johannigmann und Pastor Klaus-Dieter Piepenburg gemeinsam hielten, gab es für die Besucher ein vielfältiges Rahmenprogramm. In der Friedhofskapelle konnten sie die Auftritte der Gruppe „Young Revolution“ und des Posaunenchors der Landeskirche genießen und sich an vielen Ständen rund um das Thema Friedhof und Natur informieren. Der Landfrauenverein Barmstedt und das Team der „Montagsinsel“ sorgten für das leibliche Wohl, und für die Kinder gab es eine Hüpfburg.

Schinkel, der seit 25 Jahren als Friedhofsverwalter tätig ist, nahm die Besucher mit auf eine interessante Führung über den Friedhof. Er startete am Gedenkstein von Otto Münster, der am 23. November 1892 als erster am Messhorn beerdigt wurde (siehe Info-Kasten). In den vergangenen Jahren fanden dort etwa 25  000 Menschen ihre letzte Ruhestätte.

Am Sonntag war auch das Mausoleum der Familie Sesiani geöffnet. „Von ihnen lebt niemand mehr. Das Mausoleum ist das Prunkstück unseres Friedhofs, und wir erhalten es als historisches Denkmal“, sagte Schinkel, der auch den Wandel der Friedhofskultur erklärte. „In drei Jahren möchten wir naturnahe Waldbestattungen anbieten. Vor 100 Jahren war es noch ein Statussymbol, ein großes Grab zu haben. Heute wünschen sich die Leute pflegefreie Grabstätten“, so Schinkel, der auf dem Rundgang auf die historischen Grabsteine hinwies und moderne Rasengräber zeigte. „Die Tradition, die wir kennengelernt haben, wird leider nicht mehr fortgeführt, aber ich kann damit leben“, sagte die Barmstedterin Helga Krause (83).

Eine weitere Führung übernahm Hans-Jürgen Raddatz vom Nabu Barmstedt. „Hier brüten bis zu 40 Vogelarten“, erklärte er. „Das war eine tolle Gelegenheit, den Friedhof und die Vielfalt der Bäume kennenzulernen“, fand Doris Lefenau aus Brande-Hörnerkichen. Ein weiteres Highlight waren die Rundfahrten auf dem Anhänger des Oldtimertraktors, die der Heeder Peter Schuster anbot. Überrascht wurde Schinkel vom Itzehoer Natursteinwerk Kolbe. „Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit“, sagte Bernhard Baasch und enthüllte mit seinen Kollegen einen Gedenkstein. Steinmetz Andreas Pohlmann hatte ihn in zweieinhalb Stunden Arbeit gemeißelt und angemalt. „Der schöne Stein bekommt einen Ehrenplatz“, bedankte sich Schinkel und erklärte, dass das Nebengebäude abgerissen werden wird und dort eine freie Parkfläche entstehen soll. „Da wird der Stein seinen Platz finden“, so Schinkel.

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