zur Navigation springen

Rantzauer Forst : 120 Jahre alter Baum stürzt auf Wanderweg

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Im Rantzauer Forst ist eine 25 Meter hohe Buche umgestürzt. Eine Barmstedterin macht sich jetzt Sorgen um den Waldkindergarten.

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2014 | 16:00 Uhr

Barmstedt | Mittwoch, kurz nach 13.30 Uhr im Rantzauer Forst: Zwei Nordic Walkerinnen mit Hund nähern sich dem dicken Baumstamm, der quer über dem Wanderweg zwischen Bornkamp und Voßlocher Chaussee (L 75) liegt. Sie bleiben kurz stehen und umkurven das Hindernis schließlich, indem sie sich über den dicht belaubten Waldboden links an ihm vorbeischlagen. Kurz darauf kommt ein Jogger aus der entgegengesetzten Richtung; er nimmt denselben Umweg. „Wann ist denn der umgefallen?“, fragt er. „Der sieht doch ganz gesund aus.“

Die etwa 25 Meter hohe, etwa 120 Jahre alte Buche war vermutlich in der Nacht zu Mittwoch auf den Weg gestürzt. Die Waldgruppe der Kita „Rasselbande“ hatte sie morgens entdeckt und Förster Ditmar Langer informiert, der sich den Baum kurz darauf ansah. Er weise „massive Schäden am Wurzelwerk“ auf, erklärte Langer auf Anfrage unserer Zeitung. „Die Wurzeln sind total verfault; die konnte man kaputtquetschen. Von außen war aber nichts erkennbar.“ Das sei generell „ein Problem“, so Langer – weil dadurch nie hundertprozentig sicher ausgeschlossen werden könne, dass auch ein äußerlich gesunder Baum umstürze. „So etwas passiert zwar selten, aber es muss einem natürlich zu denken geben.“

Im Fall der Buche könne es sein, dass der Baum wegen der Knospenbildung im Kronenbereich zu schwer geworden sei, erklärte Langer. Das würde auch erklären, weshalb er umstürzte, obwohl es nicht stürmisch war – worüber sich eine Barmstedterin wunderte, die die Buche gestern Vormittag entdeckte. „Wie kann so ein riesiger Baum ohne Fremdeinwirkung einfach umfallen? Das finde ich sehr bedenklich.“ Sie sorge sich vor allem um die Kinder der Waldgruppe, die „in Hörweite“ gespielt hätten. „Die Bäume müssen doch kontrolliert werden“, sagte sie. „Ein Auto muss schließlich auch regelmäßig zum TÜV.“ Auch der Jogger – über die Ursache aufgeklärt – befand: „Ge-fähr-lich.“

Alle Bäume entlang der Wege in den Forsten würden mindestens einmal jährlich überprüft, betonte Langer. „Und wenn wir etwas sehen, fällen wir.“ Auf die Intensität der Kontrollen werde der Vorfall im Rantzauer Forst – bei dem niemand zu Schaden kam – aber keinen Einfluss haben, sagte Langer. „Wir werden die Intervalle deshalb nicht erhöhen.“ Generell, so Langer, „kann im Wald immer etwas passieren. Es kann ein Ast herunterstürzen oder ein Baum umkippen. Das sind leider die waldtypischen Gefahren.“

Heike Engel, Leiterin der Rasselbande-Kita, sieht es genauso. „Das ist das allgemeine Lebensrisiko – ganz vermeiden lässt sich so etwas nicht“, sagte sie. „Wir fühlen uns im Wald relativ sicher.“ Die Gruppe mit zurzeit 18 Kindern hält sich jeden Tag – außer bei Sturm – auf einer speziellen Fläche im Forst auf. „Wir kontrollieren den Platz regelmäßig. Wir wurden dafür extra geschult, können grobe Schäden selbst erkennen und gucken auch nach Totholz in den Kronen“, so Engel. Zudem überprüfe das Forstamt die Bäume auf der Fläche häufiger als üblich. Passiert sei in den 17 Jahren, seit die Kita den Platz nutzt, noch nie etwas.

Schlechte Nachrichten für Wanderer und Radler: Die Buche wird noch längere Zeit den Wanderweg versperren. „Wir räumen sie frühestens nächste Woche weg“, sagte Langer. Er wolle den Baum noch seinen Kollegen zeigen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen