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Barmstedter Zeitung

19. Oktober 2017 | 19:00 Uhr

Barmstedt : 100 Kilometer laufen an der Somme

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Auf Einladung der Barmstedter Partnerstadt Roissy-en-Brie: Acht BMTV-Mitglieder als laufaktive Gäste im französischen Amiens.

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2015 | 13:00 Uhr

Barmstedt/Roissy-en-Brie | Ein hochgestecktes Ziel als Anreiz für einen bemerkenswerten Ausflug nach Frankreich: 100 Kilometer laufen! Der Barmstedter MTV erhielt vor Kurzem eine entsprechende Einladung von seinen Lauffreunden aus Barmstedts Partnerstadt Roissy-en-Brie. Außer der Ultrastrecke wurden auch Marathon, eine 5 x 20-Kilometer-Staffel sowie ein 5-Kilometer-Lauf angeboten.

Nach etlichen Organisations-E-Mails – unter anderem bezüglich Unterkunft und medizinischer Zertifikation – machte sich eine achtköpfige Gruppe des BMTV im neuen Vereinsbus auf zur 800 Kilometer entfernten Stadt Amiens. In der Nähe war eine große Familienunterkunft gebucht, in der alle gemeinsam unterkamen und sich selber verköstigten. Am Tag vor dem Lauf wurden die Städte Corby und Amiens besucht, ehe man die Startunterlagen abholte. Amiens ist eine Bischofs- und Universitätsstadt mit vielen Baudenkmälern. Besonders sehenswert ist die riesige Kathedrale sowie die „Hortillonnages“, Jahrhunderte alte von Kanälen durchzogenen Obst- und Gemüsegärten. Kaum zu glauben, dass vor 99 Jahren dort die mit über einer Million getöteten, verwundeten und vermissten Soldaten verlustreichste Schlacht des Ersten Weltkriegs stattfand. Doch heute laufen und feiern Franzosen und Deutsche gemeinsam.

Der erste Start war um 7 Uhr für die 100-Kilometer- Einzelstarter. Zwei Männer und eine Frau aus Roissy nahmen an diesem Lauf teil. Alle drei sollten etwa 10,5 Stunden später wohlbehalten das Ziel in Amiens erreichen. Der Sieger, ein Ire, benötigte nur sieben Stunden. Drei weitere Franzosen liefen die Marathon-Strecke.

„Gezogen“ von zwei Damen

Der erste Barmstedter am Start war Klaus Siefke als Startläufer, zusammen mit Christiane Gaudrin, der Clubvorsitzenden aus Roissy sowie Corrine Bridoux für die beiden anderen beiden Staffeln. „Gezogen“ von den beiden Damen lief Siefke trotz Trainingsrückstand noch gute 1:48 Stunden für die ersten 19,2 Kilometer. In Saint Saueur übernahmen dann Ulrich Stolpmann (BMTV), Achaur Idres und Didier Kennel. Mit 22 Kilometer folgte das längste Teilstück.

Nach 1:35 Stunden war Idres wieder an der selben Übergabestelle. Ihm folgten Kennel und dann Stolpmann. Die dritten Läufer waren dann Jean-Marie Amary, Vorgänger von Gaudrin als Vorsitzender, seine Frau Francoise Amary und schließlich Monika Schwerdt. Dieses Teilstück war 17,7 Kilometer lang.

In Hangest-sur-Somme war die nächste Wechselzone. An der Reihenfolge hatte sich nichts geändert, die Abstände waren nur noch ein bischen größer geworden. Nun übernahm Ricarda Rattay (BMTV) in der führenden Staffel, Pierre-Luc Gagey und schließlich BMTV-Leichtathletik-Leiter Holger Ray. Etwa zehn Kilometer ging es nun bis zum Wendepunkt und wieder zurück nach Hangest. Immer an der kanalisierten Somme sowie vielen Seen vorbei.

Wiedersehen am Ziel

Ray holte nun stetig auf und konnte Gagey überholen und den Abstand auf die führende Staffel stark verkürzen. Dann waren die Schlussläufer dran: Michael Rattay übernahm von seiner Tochter, wenige Minuten später folgte Andreas Theel (BMTV) und dann Corinne Milesi Gidoin. Schnell hatte Theel Rattay überholt und lief die letzten 21,3 Kilometer flott ins Ziel. Endzeit: 9:02:55 Stunden. Auch Milesi überholte den geschwächten Rattay noch und kam in 9:26:12 ins Ziel. Auf den letzten Metern von seiner Tochter und Gaudrin begleitet, lief schließlich auch Rattay ins Ziel in Amiens ein (9:39:43). Dort gab es dann auch ein Wiedersehen mit allen anderen Läufern aus Roissy und Barmstedt. Am Abend wurde dann gemeinsam gegessen und gefeiert. Auch die 100-Kilometer-Läufer zeigten sich erstaunlich gut erholt.

Am nächsten Tag begleiteten noch einige Franzosen die Barmstedter nach Saint-Valery-sur-Somme, dort wo die Somme ins Meer fließt. Bei herrlichem Sonnenschein genossen alle gemeinsam die letzten gemeinsamen Stunden, ehe sich die Franzosen auf den Rückweg nach Roissy machten.

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