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Hamberge Schulkinder könnten Reecker Brücke retten

Von Frauke Schlüter-Hürdler | 13.02.2013, 09:37 Uhr

Eine Bürgerinitiative wehrt sich gegen den Abriss der maroden Reecker Brücke, die Stormarn und Lübeck verbindet. Eine Lösung ist in Sicht.

Gibt es vielleicht doch noch ein Happy End für die Reecker Brücke? Bei einem Ortstermin zeigten sich Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe und Verkehrs-Staatssekretär Dr. Frank Nägele zumindest gesprächsbereit. "Ich bedanke mich bei der Bürgerinitiative für ihr Engagement und hoffe, dass sie weiterhin so konstruktiv weiter macht", betonte Nägele. Er könne anhand der massiven Bürgerproteste gegen den Abriss der Brücke zwischen Hamberge auf Stormarner und Reecke auf Lübecker Gebiet feststellen, wie dringend die Verbindung gebraucht werde.
Entscheidend für eine Förderung sei, so der Staatssekretär, dass die Brücke als Schulweg genutzt werde. Nur deshalb sei eine Finanzspritze vom Land überhaupt möglich. Nägele: "Wenn die Gesamtsumme nicht die geschätzten zwei Millionen überschreitet, ist eine Förderung von einem Drittel bis einem Viertel möglich." Das wären rund 700.000 Euro vom Land, blieben immer noch rund 1,3 Millionen, die von Lübeck und / oder Stormarn aufgebracht werden müssten. Beim Bau einer Geh- und Radwegbrücke könne das Land einen Zuschuss geben, so der Staatssekretär. Man sollte auch über eine Holzbrücke und ein Provisorium nachdenken. Für Lübeck sei die Finanzierung bei leeren Kassen eine enorme Herausforderung.
"Verbindung unserer Dörfer"
Stormarns Landrat Klaus Plöger betonte, dass er zwar noch keine Zusagen der Fraktionen habe, sich aber durchaus eine Unterstützung des Brückenbaus nach dem Motto "Wir fördern Nordstormarn" vorstellen könne. Warum solle man Geld nach Lübeck transportieren, fragte er. Da sei es ihm lieber, dass der Kreis die Nordstormarner Kommunen unterstütze. Der Bau einer Geh- und Radwegbrücke sei "Blödsinn", denn die Verbindung werde auch von Pkw und landwirtschaftlichen Fahrzeugen ständig genutzt.
Der Meinung ist auch Klein Wesenbergs Bürgermeister Herbert David: "Die Brücke ist ungemein wichtig für uns. Sie stellt eine Verbindung unserer Dörfer dar." Überall würden Brücken sogar für Frösche gebaut, die Nordstormarner Gemeinden ließe man dagegen links liegen. "Die Bürger fühlen sich verlassen", so David. Was passiere, wenn die Reecker Kinder nicht mehr in Hamberge zur Schule kommen? Werde dann die kleine Grundschule geschlossen? Auch Amtsdirektor Sönke Hansen, der einen Brief an die zuständigen Ministerien verfasste, betonte noch einmal, wie wichtig die Brücke für den Schulweg, für den gewerblichen Verkehr, für die Kirchgänger und Pilger, für beide Dörfer sei.
Amtsvorsteher Paul-Friedrich Beeck wird das Thema Finanzierung demnächst mit den Bürgermeistern Nordstormarns besprechen. Man sei grundsätzlich natürlich bereit, seinen Beitrag dazu zu leisten. Lübecks Bürgermeister zeigte sich dankbar, dass das Land eine finanzielle Unterstützung angeboten habe. Eigentlich sei die Sache nämlich schon tot gewesen. "Ich glaube, dass es gelingen kann, zu einer guten Lösung zu kommen", so Saxe weiter. "Ich habe hier erfahren, dass die Brücke für Stormarn fast noch wichtiger als für Lübeck ist", resümierte Nägele.