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Rausdorf Rausdorf: Gunter Behncke ist der neue Bürgermeister

Von Jens Burmester | 14.04.2011, 07:41 Uhr

Neuwahl nach Rücktritt von Otto Kertelhein / Norbert Walther sieht sich als Sündenbock

Gunter Behncke ist neuer Bürgermeister von Rausdorf. Der 66-Jährige wurde von den vier Gemeindevertretern seiner Wählergruppe DRW und mit der Stimme des fraktionslosen Norbert Walther zum neuen Gemeindeoberhaupt gewählt. Grund für die Neuwahl war der Rücktritt von Otto Kertel hein (WGR), der auch sein Mandat als Gemeindevertreter der Wählergemeinschaft Rausdorf zurückgab (wir berichteten).

Bei der Kommunalwahl 2008 hatte die WGR die Mehrheit in der 230-Einwohner-Gemeinde geholt. Im März 2009 trat Norbert Walther aber aus der WGR aus. Bei je vier WGR- und DRW-Vertretern war der fraktionslose Walther nun das Zünglein an der Waage. Als Walther dann im Streit um Bauplätze in der Gemeinde mit der DRW stimmte, kündigte Kertel hein seinen Rücktritt an.

25 Rausdorfer wollten dabei sein, als der neue Bürgermeister gewählt wurde. Gleich zu Beginn der Sitzung bat Walther um das Wort. Es dürfe nicht sein, dass Gemeindevertreter verunglimpft würden: "Ich nehme es als gegeben hin, dass man mich als Sündenbock hinstellt, auch wenn ich mit meiner Firma wegen dieser Sache sogar zwei Aufträge verloren habe." Er sei kein Partner der DRW, sondern arbeite nur gelegentlich mit der Fraktion zusammen, sagte Walther. Er habe in den letzten Tagen überlegt, zurückzutreten, doch "eine Kommunalwahl ist eine Personenwahl, keine Parteienwahl", so Walther. Die Menschen, die ihn gewählt hatten, hätten ihm gesagt, er solle sein Mandat weiter ausüben.

Weil neben Kertelhein auch der stellvertretende Bürgermeister Dieter Burmeister sein Mandat zurück gegeben hatte, musste Annerose Lüdtke (WGR) die Sitzung leiten und zwei Nachrücker vereidigen: Dr. Claas Rieken (WGR) und Gunter Behncke (DRW), den seine Fraktion dann als Kandidaten benannte. Zu Stellvertretern des neuen Bürgermeisters wurden anschließend Annerose Lüdtke und die DRW-Fraktionsvorsitzende Andrea Evert gewählt.

Gunter Behncke überreichte seinem Vorgänger zwar einen Blumenstrauß, kritisierte im Anschluss aber die Arbeit des langjährigen Bürgermeisters: "Otto, du hast dir in deiner Amtszeit ja einige Denkmäler gebaut", sagte Behncke und führte die Kosten für Abwasser an, die in der letzten Zeit deutlich gestiegen seien. Auch der Anbau ans Feuerwehrhaus sei deutlich teurer geworden, als ursprünglich geplant. An die Gemeindevertreter und die Gäste gewandt sagte Behncke: "Ich werde mich bemühen, künftig einiges anders zu machen. Persönliche Anfeindungen haben hier nichts mehr zu suchen. Der Bürgermeister soll zum Wohl aller Bürger handeln. Ich reiche auch denen, die mich nicht gewählt haben, die Hand für eine gute Zusammenarbeit."

In der Fragestunde am Ende der Sitzung wollte ein Rausdorfer wissen, warum die DRW ihr Wahlversprechen nicht einhalte. Im Wahlprogramm sei Jörg Timmermann als Bürgermeister vorgesehen gewesen. Antwort von Neu-Bürgermeister Behncke: "Es werden nicht alle Wahlversprechen eingehalten."