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Bargteheide Die Küche – das Herz der Wohnung

Von jpm | 13.11.2013, 00:36 Uhr

Renate Blunks Sammlung spiegelt die kulturellen Epochen der vergangenen zwei Jahrhunderte wider

Eine Zeitreise durch die deutsche Wohnkultur bietet das Bargteheider Museum ab dem kommenden Sonntag. Und das en miniature, denn sie spiegelt sich in Puppenstuben wider. Renate Blunk hat eine umfangreiche Sammlung zusammengetragen, die bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück-reicht. Liebevoll zusammengestellte Mini-Wohnungen sind darunter Kaufmannsläden oder auch nur Küchen. Die Küche ist das Herz einer Wohnung, findet Renate Blunk: „Dort spielt sich ja vor allem das tägliche Leben ab.“ In ihrer Wohnung steht ein ganzes Zimmer für ihre Sammlung parat. „Seit die Kinder ausgezogen sind, habe ich genug Platz.“ Ihre 13 schönsten Stücke hat sie jetzt mit einer Freundin im Museum aufgebaut. Zwei Tage Vollzeit haben sie dafür benötigt. Vor allem auf Flohmärkten wird Renate Blunk fündig. „Man muss früh kommen, wenn die Anbieter ihre Sachen noch auspacken“, ist ihr Tipp für Sammler. Für fünf Euro hat sie so schon ein Objekt aus den Fünfziger-Jahren erstanden, nach oben hin gibt es aber kaum eine Grenze. „So eine Puppenstube sollte die Mädchen spielerisch auch auf ihre spätere Rolle als Hausfrau und Mutter vorbereiten“, sagt Museumsleiterin Wilma Griese. Wie immer hat sie sich gründlich über das Thema der neuen Sonderausstellung informiert und andere Ausstellungen besucht. „Im frühen 19. Jahrhundert war eine Puppenstube etwas ganz Besonderes“, sagt sie. Damals wurde das Spielzeug erst zu Weihnachten hervorgeholt und um einige Stücke ergänzt. Es stand den Mädchen nur wenige Tage zur Verfügung. „Nach dem Dreikönigstag wanderte es dann wieder auf den Dachboden.“ Renate Blunks Sammlung spiegelt die kulturellen Epochen der vergangenen zwei Jahrhunderte wider. Vom Biedermeier-Zimmer über den Jugendstil bis zum Stil der Fünfziger-Jahre mit Nierentischchen und Tulpenlampen wird die Entwicklung nachgezeichnet. Mit zusätzlichen Attributen wie selbst geschneiderten Mini-Vorhängen, Gardinen und weiteren Attributen hat sie die Exponate nach ihrem Geschmack liebevoll ausgeschmückt. „Ich setze mich manchmal hin, schaue mir meine Puppenstuben an und freue mich darüber“, sagt Renate Blunk. Das Bargteheider Museum in der Hamburger Straße 3 ist sonntags von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Bis Ende Februar können die Puppenstuben hier noch besichtigt werden. „Wir richten das Zimmer der Sonderausstellung in der Vorweihnachtszeit gemütlich ein“, sagt Wilma Griese, „sodass die Besucher auch bei einer Tasse Tee entspannt verweilen können.“