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Baubeginn 2014? Barrierefrei zum Reinfelder Bahnsteig

Von Frauke Schlüter-Hürdler | 19.11.2013, 19:32 Uhr

Reinfeld im Kreis Stormarn ist der fahrgastreichste Bahnhof Schleswig-Holsteins, der noch nicht behindertengerecht ist. Die Planungen für den großen Umbau laufen an. Bis 2016 soll das Projekt abgeschlossen sein.

Der Reinfelder Bahnhof soll barrierefrei werden und Anfang 2014 könnte es nun tatsächlich mit dem Umbau los gehen. „Ziel ist es, 2016 mit den Arbeiten rund um den Bahnhof fertig zu sein“, blickt Bürgermeister Gerhard Horn positiv in die Zukunft.

Otto-Normalverbraucher habe sich vielleicht im Laufe der Monate gefragt, warum die Planungen so träge vorangingen, doch dies sei technisch begründet. Erste Messungen hätten bereits stattgefunden, versichert Christine Sommerfeld, Projektleiterin der Deutschen Bahn . Diverse Varianten würden nun untersucht, erst dann könne man mit konkreten Planungen beginnen. Auch die Reinfelder Politiker haben dabei ein Wörtchen mitzureden. Im Raum stehe unter anderem eine Stahl-Beton-Konstruktion. Es gebe da, so Diplom-Ingenieur Thomas Bey von Schüßler-Plan aus Köln, diverse Möglichkeiten.

Rechts vom alten Bahnhofsgebäude in Richtung Bahnübergang am Zuschlag soll ein barrierefreier Zugang mit zwei Fahrstühlen und einer Treppenanlage auf jeder Bahnsteigseite entstehen. Der ungepflegte Tunnel, kein schöner Anblick für ankommende Reisende, soll zugeschüttet werden. Von der Südseite der Stadt, aus Richtung Am Zuschlag und Holländerkoppel, ist eine 40 bis 50 Meter lange so genannte „Stadtbrücke“ angedacht, die direkt an den Gleisen endet. Auch über eventuelle Rampen für Radfahrer an der Mahlmannstraße werde nachgedacht, so Bey. Auf der Südseite der Gleise werde, erklärt Bauamtsleiter Stephan Kruse, ein Parkplatz mit direktem Zugang zu den Gleisen gebaut. „Im Mittelpunkt aller Planungen stehen die städtebaulichen Aspekte. Das Gebäude muss ansehbar bleiben“, betont Horn. Neben der Funktionalität sei der Bahnhof, denke man an die geplante Brückenquerung, auch ein Aushängeschild der Stadt.

Fast 3000 Ein-und Aussteiger verzeichne die deutsche Bahn täglich am Reinfelder Bahnhof, so Diplom-Ingenieur Jochen Schulz von der LVS, damit sei er der größte und fahrgastreichste nicht barrierefreie Bahnhof in ganz Schleswig-Holstein. Höchste Zeit, um Abhilfe zu schaffen. Die Kosten für das Bauprojekt stehen in dieser frühen Planungsphase noch nicht fest. Es ist ein Projekt des Landes Schleswig-Holstein, ausgeführt durch die Deutsche Bahn, zu dem die Karpfenstadt nur einen geringen Teil dazugeben muss. „Es gibt keine Vorfinanzierung durch die Stadt und belastet den Haushalt nicht“, freut sich der Bürgermeister. Die Stadtbrücke könne außerdem noch einmal separat gefördert werden, so Sommerfeld.

Die weitere Nutzung des 1876 gebauten Bahnhofs ist völlig offen. Das Gebäude, in dem sich noch ein großes Stellwerk befindet, ist das einzig erhaltenswerte Gebäude auf dem Gelände. Es müsste sich allerdings ein Nutzer finden, der das Gebäude saniert. Der Bau der Brückenquerung, die von der Feldstraße direkt am Bahnhofsvorplatz enden soll, ist ein weiteres Großprojekt, das allerdings noch auf sich warten lässt.