Feuerwehr Burg Das Feuerwehrauto, das keines ist

Von shz.de | 22.06.2017, 10:54 Uhr

Ein Ersthelferauto wurde vorerst aus dem Verkehr gezogen. Was man bei der Feuerwehr in Burg nun weiß: Rot ist nicht gleich Rot.

Es ist rot, Blaulicht und Martinshorn sind auf dem Dach montiert, weithin ist die Aufschrift „Feuerwehr“ zu lesen – doch ein Feuerwehrauto ist der Sprinter der Feuerwehr der Gemeinde Burg in Dithmarschen offenbar nicht. Denn der Rot-Ton ist der Falsche.

Zulässig seien demnach laut Vorschrift die Farbtöne Feuerrot (RAL 3000), Verkehrsrot (3020), Tagesleuchtrot (RAL 3024) und Leuchthellrot (RAL 3026) – das Rotorange des Burger Einsatzfahrzeuges fällt nicht darunter, somit sei der Wagen nicht als Feuerwehrauto zu identifizieren. So richtig nachvollziehen kann Herrmann Puck, Bürgermeister der Gemeinde Burg, das nicht.

Doch nicht nur die Farbe ist ein Problem: Vor 13 Jahren wurde das Fahrzeug durch die Feuerwehr gebraucht gekauft und zum Feuerwehrauto umgerüstet. Seitdem ist der Sprinter rund 90 Mal im Jahr im Einsatz gewesen. Und das illegal. Denn der Umbau wurde damals nicht vorschriftsmäßig angemeldet, womit die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs erloschen ist, klärt Björn Jörgensen vom Kreis Dithmarschen auf. Sechsmal hat es der Sprinter seitdem ohne Beanstandung dieses Sachverhaltes durch die Hauptuntersuchung geschafft.

Die Gemeinde Burg muss nun handeln. Denn seit vergangener Woche ist der Sprinter, der bisher als Ersthelferauto meistens noch vor einem Krankenwagen am Unfallort war, vorerst stillgelegt. Sachverständige sollen nun prüfen, ob Ausnahmegenehmigungen ausgesprochen werden können. Das in die Jahre gekommene Fahrzeug soll in den kommenden Jahren allerdings ohnehin ausgetauscht werden. Aktuell fehlt der Gemeinde in diesem Jahr für die Anschaffung eines neuen – echten – Feuerwehrautos das Geld. Den Wagen im offiziellen Farbton RAL 3000 lackieren zu lassen, würde gut 1000 Euro kosten.