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Getöteter Flüchtling 2018 Nach Mord auf Amrum – 22-Jährige steht wegen Beihilfe zum Totschlag vor Gericht

Von dpa | 21.11.2022, 07:39 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Flensburg wirft einer heute 22-jährigen Amrumerin vor, Beihilfe zum Totschlag – und nicht zum Mord – geleistet zu haben.

Mehr als fünf Jahre nach dem Mord an einem jungen Mann auf Amrum beschäftigt der Fall von Montag (9.15 Uhr) an erneut das Flensburger Landgericht. In einem nicht-öffentlichen Prozess muss sich eine heute 22 Jahre alte Deutsche wegen Beihilfe zum Totschlag verantworten.

Der Bruder der Angeklagten und ihr damaliger Lebensgefährte sind 2018 in einem gesonderten Verfahren bereits wegen Mordes an dem Iraker verurteilt worden. Dass die Frau wegen Beihilfe zum Totschlag und nicht zum Mord angeklagt wurde, hat juristische Gründe.

Der damalige Freund der Angeklagten hatte diese am Tattag im April 2017 mit Bildern konfrontiert, die sie und das spätere Opfer in einer vertrauten Situation gezeigt hätten. Die Angeklagte hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft dazu gesagt, sie sei vergewaltigt worden.

Dies habe der Mann geglaubt. Er habe sich bei der Angeklagten erkundigt, ob sie damit leben könne, wenn er den Iraker töten würde. Dies soll sie bejaht haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann von seinem Vorhaben, den Iraker zu töten, Abstand genommen hätte, wenn die Angeklagte nicht zugestimmt hätte.

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