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Immer für Patienten da : Am wichtigsten ist das Zuhören

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Elke Juels war eine Grüne Dame der ersten Stunde am damaligen Kreiskrankenhaus. Über Krankheiten wird nicht gesprochen. Einsatz an der Imland-Klinik mit dem Kronenkreuz gewürdigt.

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erstellt am 26.Dez.2013 | 18:58 Uhr

In der für sie ausgerichteten Feierstunde wurden sie als „tragende Achse in einem schnellen Zug“ bezeichnet: Sechs Grüne Damen von der Patientenhilfe an der Imland-Klinik wurden kürzlich für ihren beispielhaften ehrenamtlichen Einsatz mit dem Goldenen Kronenkreuz der Diakonie ausgezeichnet (wir berichteten). Eine „Grüne Schwester“ der ersten Stunde – so lautete die ursprüngliche Bezeichnung – war Elke Juels, die mit 21 weiteren Gründungsmitgliedern im Dezember 1980 die Arbeit aufnahm.

„Das war genau das, was ich machen wollte“, erinnert sich die gelernte Industriekauffrau an ihre Gefühle während eines Informationsnachmittags, den sie mit einer Bekannten im Sommer vor 33 Jahren besuchte, bevor die Patientenhilfe ins Leben gerufen wurde. Nach Vorbereitungskursen, in denen auch die Gesprächsführung trainiert wurde, begann die Arbeit. Einmal in der Woche, am Mittwochvormittag zwischen 8.30 und 12 Uhr, nimmt die seit 1981 in Fockbek lebende Elke Juels sich Zeit für die Patienten des früheren Kreiskrankenhauses.

Das Gehen mit den Patienten auf den Krankenhausfluren, mit Rollator oder am Arm, ist die Hauptaufgabe der Grünen Dame. Auf diese Weise sollen die ihr anvertrauten Männer und Frauen ihre Mobilität wiedererlangen. Ihre Aufträge bekommt Elke Juels von den Krankenschwestern. Dabei darf sie keinerlei pflegerische Leistungen erbringen, soll das Pflegepersonal mit Tätigkeiten unterstützen, wozu es selbst keine Zeit findet. Und ebenso wie dieses und die Ärzte unterliegt eine Mitarbeiterin der Patientenhilfe der Schweigepflicht. „Über Krankheiten reden wir nicht“, sagt Heidi Lie, seit zwei Jahren Leiterin der Grünen Damen.

Eines hat Elke Juels wie ihre Kolleginnen in all den Jahren erfahren und immer wieder bestätigt bekommen. Zwar ist wegen der kürzeren Verweildauer der Kranken in der Klinik kaum Zeit, persönliche Verhältnisse aufzubauen, doch: „Das Wichtigste ist, dass wir zuhören können.“ Die Patienten vertrauten den „Damen“ oft mehr an als ihren Verwandten, die sie nicht mit ihren Problemen belasten wollen.

Einer der Schützlinge von Elke Juels ist Udo Jensen. Der 45–Jährige sollte beim Besuch der Landeszeitung eigentlich von der Station 44 in der Allgemein- und Viszeralchirurgie mit dem Krankenstuhl zum Rauchen vor die Tür geschoben werden. Doch daraus wird heute nichts: Jensen wartet darauf, jede Minute zur Operation abgeholt zu werden. Und freut sich trotzdem über den Besuch: „Man denkt, man wird hier ’rausgeholt – und dann kommen die Grünen Schwestern“, ist er des Lobes voll über die guten Erfahrungen.

Das gilt auch für Liselotte Gronau (72), die in ihrem Lieblingsplatz, einem Strandkorb, schon auf die Betreuung wartet, und für Frauke Drews (78), die von Juels und Lie über den Klinikkorridor geführt wird. „Sie sind immer da und immer freundlich.“ Worauf Elke Juels ihren nächsten Besuch ankündigt: „Mittwoch bin ich wieder hier. Denn kiek ik rin.“

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