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Geesthacht : Altmetall-Raub in Teppichfabrik: Was geschieht nun mit den Hallen?

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Eigentlich war ein Investor für die Gebäude der ehemaligen Fabrik bereits gefunden. Der Diebstahl bremst die Verhandlungen.

shz.de von
erstellt am 23.Feb.2017 | 13:59 Uhr

Geesthacht | Wie geht es weiter mit dem Gelände der ehemaligen Geesthachter Teppichfabrik an der Düneberger Straße? Diese Frage beschäftigt die Menschen umso mehr, seit bekannt ist, dass dort Altmetall-Diebe ihr Unwesen getrieben hatten. Weder Heizung noch Strom und Wasser funktionieren mehr. Verkaufsverhandlungen mit einem interessierten Investor sind jetzt erstmal zurückgestellt worden.

„Diese Tat wirft sämtliche Bemühungen, die Gebäude zu erhalten und einer neuen Nutzung zuzuführen, zurück“, erklärt Dr. Michael Paarmann, Landeskonservator beim Landesamt für Denkmalpflege in Kiel. „Das ist umso gravierender, als man den Wert der Industriearchitektur ja erkannt hatte“, so Paarmann. 2015 hatte seine Behörde im Rahmen einer Neufassung des Denkmalschutzgesetzes mehrere Hallen und andere Gebäude auf dem weitläufigen Gelände als Denkmal erfasst. „Es geht dabei um die Architektur der Zeit“, berichtet Paarmann.

Diese neue Einstufung behinderte zunächst alle geplanten Lösungen einer Nachnutzung des 24 Hektar großen Industriegebietes. Doch zuletzt führte der Insolvenzverwalter Verkaufsgespräche, die Stadt überlegte, was mit dem Gelände passieren könnte. Der mögliche Käufer hat jetzt Sorge, dass der Denkmalschutz ihn verpflichten könnte, den ehemaligen Zustand wieder herzustellen. „Die Sorgen sind unbegründet, da sollte schnell mit uns das Gespräch gesucht werden. Man kann den Verlust der originalen Zeugnisse der Gebäude ja nicht durch Auflagen heilen“, so Paarmann.

Wie berichtet waren neben sämtlichen Trafos der Stromversorgung und Brennern der Heizzentrale auch Kabel und Rohrleitungen illegal demontiert worden – definitiv in keiner Nacht-und-Nebel-Aktion sondern tagelang mit großem Aufwand. Die Polizei ermittelt zurzeit, konkrete Spuren gibt es aber nicht. Möglicherweise kann man den Tätern über den Schrotthandel auf die Schliche kommen.

Paarmann kündigte an, sich mit der Denkmalschutzbehörde des Kreises auszutauschen und gegebenenfalls einen Ortstermin zur Besichtigung der Schäden anzuberaumen.

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