Statikproblem : AKW Krümmel: Vattenfall muss Werkstattdach sanieren

Das Dach der „heißen“ Werkstatt muss saniert werden.
Das Dach der „heißen“ Werkstatt muss saniert werden.

Zusätzlicher Beton und Kies auf einem Dach sorgen für Probleme bei der Statik. In der „heißen“ Werkstatt wird auch mit kontaminiertem Material gearbeitet.

shz.de von
15. Februar 2016, 16:33 Uhr

Geesthacht | Im dauerhaft abgeschalteten Atomkraftwerk Krümmel ist im Kontrollbereich das gemeinsame Dach der sogenannten heißen Werkstatt und des Feststofflagers nicht korrekt aufgebaut worden. Die Konstruktion widerspreche den Statik-Unterlagen, die der Baugenehmigung zugrunde lagen, teilten die Atomaufsicht in Kiel und Betreiber Vattenfall am Montag mit. Der Fehler stamme offenkundig schon aus der Errichtungszeit des Kraftwerks vor rund 40 Jahren. Bei Untersuchungen zu Folgen von Starkregen sei er festgestellt worden.

Der Befund habe keine Auswirkungen auf Menschen oder Umwelt, gab Vattenfall an. Das Dach werde kurzfristig zusätzlich gesichert und bis zum Jahresende vollständig saniert. In der „heißen“ Werkstatt wird auch mit kontaminiertem Material gearbeitet.

Laut Energieministerium waren auf dem Dach zusätzlicher Beton aufgebracht und Kies aufgeschüttet worden. Über das so hergestellte Gefälle sollte Wasser bei Regen und Schnee ablaufen können. Damit wuchs aber gegenüber der geprüften Statik die Flächenlast auf die Bimsbeton-Dachplatten. Somit könne nach den bautechnischen Regeln die dauerhafte Tragsicherheit einzelner Dachplatten besonders bei viel Schnee nicht nachgewiesen werden.

Als Sofortmaßnahme wurde der Kies entfernt, um die Dachplatten zu entlasten. Eine provisorische Stahlblechkonstruktion auf dem Dach soll ebenfalls bei kritischen Schnee- oder Regenwassermengen zur Entlastung beitragen.

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