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Verabschiedung : Abschluss einer Bilderbuchkarriere

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nach 48 Jahren im Dienst der Steuerverwaltung Schleswig-Holsteins: Der 65-jährige Bernhard Walkhoff, Dekan der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung, wird heute in den Ruhestand verabschiedet.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2013 | 06:04 Uhr

Der Schreibtisch im zweiten Stock der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung (FHVD) wirkt schon recht aufgeräumt. Nicht nur der Abschlussjahrgang im Fachbereich Steuer stellt sich in dieser Woche auf ihre Diplomierung und Verabschiedung ein. Auch Dekan Bernhard Walkhoff sieht seinem letzten Tag entgegen - mit gemischten Gefühlen. Auf insgesamt 48 Jahre im Dienst der Steuerverwaltung des Landes Schleswig-Holstein blickt der 65-Jährige zurück – 20 davon hat er an der FHVD verbracht, gerne und mit Leidenschaft. Heute wird er verabschiedet.

Walkhoff ist ein Mann, der das Steuerrecht und die Steuerverwaltung in allen Facetten in der Praxis kennengelernt hat. Diese Erfahrungen auch an die Studenten weiter zu geben, die sich für die dreijährige duale Ausbildung zum Diplom-Finanzwirt an der FHVD entschieden haben, liege ihm bis heute am Herzen. „Die Absolventinnen und Absolventen werden für die wesentlichen Aufgaben in der Finanzverwaltung ausgebildet. Viele denken, das sei ein reiner Bürojob, aber wir brauchen Menschen, die im Leben stehen“, erklärt er. Einige werden sich später vielleicht um den Haushalt des Landes kümmern, im Wesentlichen jedoch bilde die FHVD für Finanzämter und die qualifizierte Arbeit vor Ort aus, so Walkhoff weiter. Wie in vielen Bereichen, gelte auch und gerade für die Steuer und die Selbstanmeldung der Bilanzen, zu der Unternehmen ab dem Wirtschaftsjahr 2013 verpflichtet sind, das Sprichwort „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, sagt der Experte. „Entscheidend ist, etwas für die Steuergerechtigkeit zu tun.“

Walkhoff begann seine Ausbildung 1965 als Steueranwärter im mittleren Dienst. Nach erfolgreicher Prüfung folgten ein dreijähriges Studium zum Steuerinspektor, einige Jahre im Dienste der Finanzverwaltung als Betriebsprüfer für alle Steuerarten und zahlreiche Lehrgänge. Aufgrund seines großen steuerlichen Fachwissens wurde Walkhoff immer häufiger für Fortbildungen eingesetzt – für Mitarbeiter der Finanzämter ebenso wie nach der Grenzöffnung zur Aufbauhilfe in den neuen Bundesländern oder als Dozent im Bildungszentrum der Steuerverwaltung in Bad Malente. Hier habe er auch gemerkt, wie viel Spaß ihm die Arbeit mit dem Berufsnachwuchs mache, berichtet Walkhoff. 1993 kam er zunächst als Gastdozent an die Fachhochschule. 2002 beurlaubte die Finanzverwaltung ihn für die neue Aufgabe. Seine Schwerpunkte liegen in allen Arten der Unternehmensbesteuerung. 2010 wurde er zum Dekan, zum Leiter des Fachbereichs Steuerverwaltung, gewählt. „Bernhard Walkhoff ist Regierungsdirektor und in den höheren Dienst aufgestiegen. Er hat sich das wissenschaftliche Know-How angeeignet und war bereit, Verantwortung zu übernehmen. So einen Aufstieg findet man nicht alle Tage. Es ist eine absolute Ausnahme, eine Bilderbuchkarriere“, betont Prof. Dr. Josef Konrad Rogosch, Präsident der FHVD.

„Highlights“ seien stets die Studienfahrten gewesen, blickt Walkhoff auf seine Zeit als Dozent zurück. Nach Rom, Prag und in die Toskana sei er mit den Studenten gereist. Reisen – das möchte er auch in Zukunft gerne. „Nur ein bisschen unterwegs sein“, sagt er, „keine großen Touren“. Er freue sich darauf, mehr Zeit mit seiner Frau und der Enkeltochter zu verbringen, alte Fotos zu sortieren und Rad zu fahren. „Ich möchte mich wieder mehr bewegen“, so Walkhoff, der früher gerne Fußball und Tennis gespielt habe. „Aber am meisten freue ich mich darauf, nicht mehr so früh aufstehen zu müssen.“Er habe die ganze Zeit über in Eutin gewohnt. Die 60 Kilometer pro Tour auf der Landstraße nahmen viel Zeit in Anspruch. „Um 5 Uhr aufzustehen entspricht nicht meinem Naturell“, berichtet er lächelnd.

Ganz zurückziehen aus der Steuerthematik kann Walkhoff sich nach so vielen Jahren aber nicht einfach – und das muss er auch nicht: Er wird als Lehrbeautragter mit reduzierter Stundenzahl an der FHVD bleiben. „Zumindest für die Übergangszeit könnte mein Erfahrungsschatz ja noch von Nutzen sein“, sagt er bescheiden. Wer zu Walkhoffs Nachfolger gewählt wird, steht noch nicht fest.

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