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Lokales

15. Dezember 2017 | 23:15 Uhr

A 7-Ausbau: Jetzt wird es ernst

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Im Juni soll der Zuschlag für den Ausbau zwischen Hamburg-Nordwest und Bordesholm erteilt werden / Erste Arbeiten laufen bereits

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2014 | 16:00 Uhr

Nur zirka 150 Meter trennen die Autobahn-Straßenmeisterei in Quickborn von der Ausfahrt der Autobahn 7, auf der in dieser Woche die ersten Vorbereitungen für den Ausbau zwischen dem Elbtunnel und dem Bordesholmer Dreieck begonnen haben. Diesen Ort hatte sich Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) ausgesucht, um gestern gemeinsam mit Verkehrskoordinator Gerhard Fuchs und Christian Rohde von der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) noch einmal über die geplanten Bauarbeiten zu informieren.


ÖPP-Zuschlag vermutlich Mitte Juni


Die Planer teilten mit, dass vermutlich Mitte Juni mit einem Zuschlag für das Unternehmen zu rechnen sei, das dann in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) den Ausbau zwischen Autobahndreieck Nordwest in Hamburg und dem Bordesholmer Dreieck in Schleswig-Holstein realisieren soll. „Dann kann mit konkreten Maßnahmen wahrscheinlich noch in diesem Jahr begonnen werden“, sagte Verkehrskoordinator Fuchs. Auch die Reihenfolge, in der auf den 59 Kilometern in Schleswig-Holstein vier Jahre lang gebaut werden soll, werde erst dann festgelegt. Bisher gebe es dafür nur die Rahmenbedingungen: Von wenigen Ausnahmen abgesehen solle die Zahl der Fahrspuren während des Ausbaus erhalten bleiben. Kein Bauabschnitt solle länger als zwölf Kilometer und die Erholungsstrecke zwischen den einzelnen Bauabschnitten mindesten fünf Kilometer lang sein.


In Hamburg laufen die Vorbereitungen


Im benachbarten Hamburg ist in dieser Woche bereits mit den ersten Bauarbeiten begonnen worden. Dort wird seit Montag der Ab- und Neubau der Langenfelder Brücke vorbereitet. „Das ist eine Nullphase, während der Schilder, Markierungen und Betonschutzwände errichtetet werden“, erläuterte Rohde, der bei der Deges als Baubevollmächtigter tätig ist. Diese soll Ende der kommenden Woche beendet sein, dann werde der Verkehr in Richtung Norden nach Innen verschoben. Im Juni gebe es in diesem Bereich drei Vollsperrungen: Am 24. und 25. Juni zwischen den Anschlusstellen Stellingen und Volkspark sowie am 26. zwischen Volkspark und Bahrenfeld, jeweils in der Zeit von 22 bis 6 Uhr.


Verhandlungen mit Anwohnern


Auch wenn in Hamburg bereits mit dem ersten Bauprojekt begonnen wurde: Dort ist noch nicht alles in trockenen Tüchern. Denn die Autobahn soll in der Stadt an drei Ecken überdeckelt werden: in Altona, Stellingen und Schnelsen. Für den Deckel in Schnelsen ist das Planfeststellungsverfahren bereits abgeschlossen, in Altona hingegen nicht.

Und in Stellingen? Dort sind die Anlieger nicht mit den Plänen für die Überdeckelung einverstanden. „Wir sind derzeit in Gesprächen mit den Anliegern, um einen Ausgleich zu finden und die Pläne umzusetzen“, sagte Rohde ausweichend auf die Frage, welche Konsequenzen dies für die Bauarbeiten habe.


Unternehmer fürchten Einbußen


In Schleswig-Holstein haben sich bisher hauptsächlich Spediteure und Logistiker zu den geplanten Baumaßnahmen geäußert. Sie alle begrüßten, dass in den kommenden Jahren eine weitere Fahrspur auf der A 7 entstehen soll, doch gleichzeitig fürchten viele von ihnen die Zeit des Ausbaus. Schließlich gebe es keine wirkliche Alternative, um in den Süden Hamburgs zu gelangen.

So erwähnte Peter Hatje, Geschäftsführer des Rellinger Unternehmens Hacon Betonwerke, während eines Gesprächs im April, dass er damit rechne, Kunden zu verlieren, deren Geschäftssitz südlich der Elbe sei. Denn eine zeitgenaue Lieferung, wie sie von vielen Auftraggebern gefordert werde, sei während der Bauarbeiten kaum möglich.

Meyer und Fuchs teilten gestern mit, dass sie die Sorgen der Unternehmen ernst nehmen würden. „Der Autobahnausbau ist für die Wirtschaft in Schleswig-Holstein, aber auch in Nordeuropa sehr wichtig“, sagte Meyer. Derzeit frage man nach den besonderen Bedürfnissen der Logistikunternehmen. Denn „der volkswirtschaftliche Schaden muss minimiert werden“, so Fuchs. Es gebe Überlegungen, verkehrsarme Zeiten für den Lkw-Verkehr zu nutzen, etwa indem man das Sonntags-Fahrverbot vorübergehend aufhebe oder die Möglichkeit einräume, am Montag bereits früher zu fahren. Konkret sei jedoch bisher nichts.

Gemeinsam mit der Hamburger Verkehrsbehörde arbeite das Verkehrsministerium an einem Konzept, um Autofahrer während der Bauzeit durch sämtliche Medienkanäle über die aktuelle Verkehrssituation zu informieren, sagte Meyer.

Fuchs versprach: „Wir sind jederzeit ansprechbar, wenn es Probleme gibt.“ Er appelliere an alle, dem Ganzen zunächst mit einer positiven Grunstimmung zu begegnen. Zudem sollten Privatpersonen darüber nachdenken, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. „Wenn das nur 15 Prozent tun, sollte sich durch die Baustellen nichts am Verkehrsfluss ändern“, so Fuchs.

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