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Itzehoe : 1000 Flüchtlinge finden Zuflucht auf Prinovis-Gelände

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Land SH errichtet eine neue Notunterkunft in Itzehoe. Voraussichtlich sollen schon diesem Wochenende die ersten Flüchtlinge einziehen.

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erstellt am 25.Sep.2015 | 05:24 Uhr

Auf der Suche nach Notunterkünften für Flüchtlinge ist das Land in Itzehoe fündig geworden: Bis zu 1000 Asylsuchende sollen in den Gebäuden der ehemaligen Druckerei Prinovis an der Störfischerstraße vorübergehend untergebracht werden. Die ersten 200 Flüchtlinge sollen nach Auskunft von Landespolizei-Sprecher Sönke Hinrichs bereits an diesem Wochenende einziehen.

Nach und nach solle die Unterkunft dann erweitert werden. Das DRK werde für die Einrichtung sorgen. Weitere Details konnte Hinrichs noch nicht nennen: „Die Entwicklung ist sehr dynamisch, Details ändern sich laufend.“

Für Itzehoes Bürgermeister Andreas Koeppen kam die Ankündigung überraschend. Gestern Morgen berief er einen Krisenstab mit Vertretern von Verwaltung, Polizei, Feuerwehr und Stadtmanagement ein. „Planer ist zwar das Land. Aber als Kommune können wir nicht nur zusehen, sondern sind auch betroffen und müssen tätig werden“, so Koeppen. Wie im Einzelnen das Engagement der Stadt aussehen werden, konnte er gestern noch nicht sagen.

Die Sprecherin der Itzehoer Polizei, Merle Neufeld, teilte mit, dass eine Polizei-Außenstelle auf dem Gelände errichtet werden solle. „Die neue Unterkunft stellt uns vor große Herausforderungen.“ Auf dem Gelände an der Störfischerstraße herrscht bereits seit einigen Wochen Bewegung: Nachdem die Druckerei Prinovis den Standort im vergangenen Jahr aufgegeben hatte, ist dort inzwischen die Firma China Logistic Center (CLC) eingezogen, die in den kommenden Monaten ein Handelszentrum für den Warenverkehr mit China errichten möchte.

Das Land sei auf ihn zugekommen und er habe eine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, Teile des Geländes zur Verfügung zu stellen, sagte Geschäftsführer Carsten Tietje. „Aber noch ist alles offen.“ Derzeit prüfe das Land, ob die Gebäude überhaupt geeignet seien. Weitere Details wollte Tietje noch nicht nennen. Aus seiner Sicht sei es unrealistisch, dass die Unterkunft bereits an diesem Wochenende eröffnet würde.

Die geplante Notunterkunft wäre neben der geplanten Einrichtung in Glückstadt und der Liliencron-Kaserne in Kellinghusen die dritte im Kreis Steinburg. Über die Kellinghusener Unterkunft hieß es gestern, dass sie aus „hygienischen Gründen“ geschlossen werden müsse. Nachmittags korrigierte das Landespolizeiamt: Die Einrichtung bleibt bestehen. In Glückstadt wird nach Informationen von Bürgermeister Gerhard Blasberg mit Hochdruck an der Wasserversorgung des ehemaligen Militärgeländes gearbeitet. Es ist voraussichtlich Mitte Oktober bezugsfertig.
 

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