Rendsburg/Eckernförde Mehr Ärzte für die Geburtshilfe

Von Arne Peters | 19.03.2013, 10:54 Uhr

Die Gesellschafterversammlung der Imland-Klinik hat den Plänen zu einer langfristigen Sicherung von Geburtshilfe und Kinderstation zugestimmt.

Es ist das Signal, das sehnsüchtig erwartet wurde: Die Gesellschafter-Versammlung der Imland-Klinik hat gestern den von Geschäftsführer Martin Wilde in nichtöffentlicher Sitzung vorgestellten Plänen zum dauerhaften Erhalt der Geburtshilfe und der Kinderstation in Eckernförde zugestimmt.

Knackpunkt ist die Anzahl der Ärzte, die mit Honorar- und Belegärzten aufgestockt werden soll, um die Notdienste sicherzustellen und zumutbare Arbeitszeiten zu erreichen. Gespräche und Vertragsverhandlungen dazu laufen zurzeit. Die Versammlung fand im Vorfeld der Kreistagssitzung gestern Nachmittag statt. Beide Gremien sind mit den selben Personen besetzt, aus juristischen Gründen wurden die Sitzungen jedoch getrennt.

Genauere Resultate Ende April

"Die Geschäftsführung hat der Gesellschafterversammlung berichtet, dass es gelungen ist, im Zuge der seit Januar geführten Gespräche zu einem vorläufigen Ergebnis zu kommen", sagte Kreispräsident und Aufsichtsratsvorsitzender der Imland-Klinik, Lutz Clefsen, nach der Sitzung gegenüber der Eckernförder Zeitung. "Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die Geburtsklinik mit ergänzenden Maßnahmen, zum Beispiel der Verstärkung einiger ärztlicher Kapazitäten, gestärkt werden kann."

Die neue Regelung soll zum 1. Juli in Kraft treten. Clefsen weiter: "Nähere Einzelheiten zur Kinderstation und zur baulichen Entwicklung werden zurzeit erörtert und sollen der Gesellschafterversammlung am 29. April vorgestellt werden." Konkret: Noch ist nichts unterschrieben, aber man arbeitet dran.

"Wir freuen uns riesig"

Dass überhaupt an einer dauerhaften Lösung gearbeitet wird, ist vor allem den vielen Menschen zu verdanken, die im vergangenen Jahr nach Verkünden der Schließungspläne im August auf die Straße gegangen waren. Vor allem Jasmin und Matthias Wenger sowie Alexandra Bruns, deren Kinder in der Eckernförder Imland-Klinik geboren wurden, hatten die Menschen mobilisiert, Unterschriften gesammelt, eine Demonstration organisiert und Facebook-Seiten gegründet (wir berichteten).

"Wir freuen uns riesig", sagte Alexandra Bruns vom Verein "Geburt e.V.", die gestern zur Kreistagssitzung in Rendsburg angereist war. Ein wichtiges Etappenziel sei erreicht. Der Verein werde seine Dienste weiter der Klinik und der Politik anbieten. "Wir sind den Fraktionen für ihre Unterstützung sehr dankbar."

Große Freude bei den Hebammen

Ähnlich klingt das Fazit von Jasmin und Matthias Wenger, die ebenfalls der Kreistagssitzung lauschten: "Wir sind glücklich, wie schnell alles gelaufen ist. Das wäre aber nicht ohne die vielen Menschen möglich gewesen, die sich gegen die Entscheidung der Stationsschließung aufgelehnt und auf diesem Wege dafür gesorgt haben, dass sich die Politik bewegt hat." Auch sie kündigten an, die weitere Entwicklung aufmerksam zu beobachten.

Nicht zuletzt den Hebammen fiel ein Stein vom Herzen. "Wir sind ziemlich überwältigt", sagte Sprecherin Anke Baß. Sie dankte allen, die zu der Entwicklung beigetragen haben - den Leuten, die auf die Straße gegangen sind, den Politikern und auch Geschäftsführer Martin Wilde. So ganz mochte sie an den Erfolg noch nicht glauben: "Das Vertrauen muss jetzt erst wieder aufgebaut werden."