Itzehoer Aktien Club Pessimismus pur: Worin investieren, wenn die Wirtschaft einbricht?

02.07.2022, 00:01 Uhr

Jeden Monat schreibt Jörg Wiechmann in der IAC Börsenkolumne über aktuelle Entwicklungen auf dem Aktienmarkt und der Welt.

ANZEIGE // Als Geschäftsführer des Itzehoer Aktien Clubs (IAC) erklärt Jörg Wiechmann in seiner aktuellen IAC Börsenkolumne, warum die Aktienkurse der eigentlichen Wirtschaftskrise vorauseilen.

Das schreibt Jörg Wiechmann über den Einstieg ins Aktiengeschäft zu Krisenzeiten:

Der Blick auf die Wirtschaftsprognosen ist derzeit nichts für zarte Gemüter: Jamie Dimon, Chef der größten US-Bank, sieht einen „Hurricane“ auf die Weltwirtschaft zurasen. Elon Musk, Tesla-Chef und reichster Mensch der Welt, hat ein „superschlechtes Gefühl“. Und selbst Berufsoptimisten wie Wirtschaftsminister Robert Habeck und Finanzminister Christian Lindner schlagen Töne an, wie man sie von Regierungspolitikern selten zuvor gehört hat: Habeck warnt vor einem „Lehman-Moment“ für den deutschen Gasmarkt – samt drohendem Kollaps der deutschen Industrie. Und Lindner schwört die Bevölkerung auf die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg ein, samt bis zu „fünf Jahren der Knappheit“.

Bei wem da als Anleger nicht unweigerlich der Fluchtreflex einsetzt, muss schon Nerven aus Stahl haben. Doch erstens ist Panik an der Börse ein schlechter Ratgeber. Und zweitens würde sich die Frage stellen: Wohin fliehen? Sein Geld auf dem Tagesgeldkonto zu parken, bringt angesichts Null- bzw. Strafzins und 8% Inflation nur eines ganz sicher: garantierten Wertverlust. Und kommt es wirklich so schlimm, wie prognostiziert, steht auch die Frage im Raum, wie sicher das Geld bei der Bank wirklich ist?

Aber kann man angesichts derartig horrender Aussichten für die Wirtschaft ernsthaft überlegen, sein Geld per Aktien in eben diese einbrechende Wirtschaft zu investieren? Wir meinen schon. Und zwar nicht, weil wir die Horrorprognosen nicht ernst nehmen würden – ganz im Gegenteil. Allerdings laufen Wirtschaft und Börse nicht parallel. Vielmehr eilt die Börse als Frühindikator der Wirtschaft voraus. Ganz einfach, weil Anleger alle bekannten Informationen – so auch die aktuell düsteren Wirtschaftsaussichten – bereits heute in ihre Anlageentscheidungen einfließen lassen.

Das äußert sich so: Viele Unternehmen vermelden aktuell noch Rekordgewinne. Auch die Gewinnausschüttungen haben jüngst weltweit ein neues Rekordhoch erreicht. Die Kurse hingegen spiegeln nicht diese positive Gegenwart wider, sondern bereits die miesen Zukunftsaussichten: Gemessen am MSCI Welt Index sind Aktien bereits über 20% in den Keller gerauscht. Damit zählt das erste Börsen-Halbjahr 2022 zu einem der fünf schlechtesten seit der großen Depression 1930 – trotz aktuellen Rekordgewinnen der Unternehmen. Die Börse hat ihren Job als Frühindikator also einmal mehr erfolgreich erledigt und bietet damit aktuell bereits Einstiegskurse auf Krisen-Niveau – auch wenn uns die eigentliche Krise in der Wirtschaft erst noch bevorsteht.

Haben wir den Tiefpunkt der Börse also bereits erreicht? Das hängt davon ab, wie sich die weiteren Aussichten entwickeln. Kommt es schlimmer, als von Dimon und Musk erwartet und sollten sich die Horror-Prognosen von Habeck und Lindner noch als untertrieben herausstellen, wird die Börse diese Stimmungsverschlechterung einpreisen und nochmals fallen. Stellen die Horrorerwartungen für die Wirtschaft sich hingegen als zutreffend heraus, würde sich diese bereits eingepreiste Erwartung schlicht erfüllen – ohne Effekt auf die Kurse. Kommt es hingegen weniger schlimm als prognostiziert, würde die Börse die Stimmungsaufhellung einpreisen und steigen.

Was genau uns die kommenden Monate bringen – eine noch schlechter, besser oder genau wie erwartet schlecht laufende Wirtschaft – steht in den Sternen. Sicher ist einzig, dass der aktuelle Pessimismus an der Börse bereits eingepreist ist und stark reduzierte Einstiegskurse bringt. Und dass auf jede Krise eine Erholung folgt, die die Börse auf neue Höchststände treibt. Den rechtzeitigen Einstieg verpasst zu haben, stellt sich im Nachhinein regelmäßig als das größte Risiko dar.

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