Klimaneutral bis 2035 Weg in eine grüne Zukunft: So werden die Stadtwerke Flensburg klimaneutral

20.12.2022, 00:00 Uhr

Die Flensburger Stadtwerke vermindern zukünftig den Ausstoß von CO2 bei der Energieversorgung und ersetzen die weggefallene Leistung durch erneuerbare Energien. Die Investitionen dafür betragen eine dreistellige Millionenhöhe.

ANZEIGE // Am 1. Dezember 2022 hat die Ratsversammlung der Stadt Flensburg die Weichen für die Klimazukunft der Stadtwerke gestellt. Sie beschloss mehrheitlich zwei Dokumente, in denen alle Schritte auf dem Weg der Stadtwerke zur Klimaneutralität festgelegt sind. Im ersten Dokument legt die Ratsversammlung fest, dass Flensburgs Energieversorger in seiner Energieerzeugung grundsätzlich ab 2028 nur noch max. 50 Prozent, ab 2032 noch max. 25 Prozent und ab 2035 null Prozent der CO2-Mengen von 2019 ausstoßen sollen. Die Stadtwerke Flensburg werden die dadurch wegfallenden Leistungen durch CO2-freie, erneuerbare Energien ersetzen.

Ergänzt wird der erste Beschluss durch einen zweiten, der einen Zeitplan beinhaltet, in dem ein aus heutiger Sicht sinnvoller Maßnahmenkatalog für den Klimaschutz aufgeführt ist. Verbunden mit dem Ratsbeschluss sind Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe in die Klimaneutralität der Region.

„Es geht um die Umstellung des Flensburger Energiesystems, für das wir über mehrere Jahre hinweg einen dreistelligen Millionenbetrag investieren werden.“
Dr. Dirk Wernicke
Geschäftsführer Stadtwerke Flensburg

Schritt für Schritt zur klimaneutralen Energieversorgung

Für jede Maßnahme ist ein Jahr zur Inbetriebnahme vorgesehen, in dem sie bei Erfüllung aller technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von den Stadtwerken umzusetzen ist. So wird ausgeschlossen, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Stadtwerke durch die Umsetzung überbeansprucht wird und Wärmepreise für Kunden überproportional steigen. Diese Rahmenbedingungen sind für jede einzelne Maßnahme festgelegt. Basis für diesen Maßnahmenkatalog ist das Abschlussdokument des Arbeitskreises Transformation, das alle Mitglieder des Arbeitskreises am 23. November 2022 einstimmig verabschiedet haben. Bereits seit Anfang 2022 haben dort Vertreter der Stadtwerke, des Bündnisses Klima­begehren Flensburg, der Ratsversammlung, des Stadtwerke-Aufsichtsrats sowie der Stadtverwaltung Flensburg an diesem Dokument gearbeitet und erfolgreich zum Abschluss gebracht. Grundlage der Arbeit waren neben den bisher bereits erfolgten Untersuchungen der Stadtwerke die Wünsche des Klimabegehrens Flensburg.

Arne Rüstemeier, Vorsitzender der Gesell­schafterversammlung der Stadtwerke Flensburg, ist zufrieden: „Ich freue mich, dass nach Aufsichtsrat und Gesellschafter­versammlung der Stadtwerke jetzt auch die Ratsversammlung mit diesen beiden Beschlüssen die stetige Transformation der Stadtwerke zur Klimaneutralität bis 2035 festgeschrieben hat, dabei aber trotz aller Ambitionen Versorgungs­sicherheit und Finanzierbarkeit auch für die Flensburger Bürgerinnen und Bürger voranstellt.“ Thorsten Kjärsgaard, Auf­sichts­ratsvorsitzender der Stadtwerke, ergänzt: „Damit tragen wir unseren Teil dazu bei, das Klimaziel des Pariser Klima­abkommens in die Praxis umzusetzen und damit der Verantwortung gegenüber unserem Planeten und unseren Folge­generationen gerecht zu werden.“

Dr. Dirk Wernicke, Geschäftsführer der Stadtwerke, gibt das Planungssicherheit: „Den Beschluss unserer Gremien und das damit verbundene Vertrauen in die Geschäftsleitung der Stadtwerke begrüße ich sehr. Dies stellt eine gute und belastbare Basis für die weitere Konkretisierung des Transformationsplanes und die damit verbundenen Aktivitäten dar. Es geht hier um die Umstellung des Flensburger Energiesystems, für das wir über mehrere Jahre hinweg einen dreistelligen Millionenbetrag investieren werden.“

Den finalen Transformationsplan zur Klimaneutralität, der auf den Beschlüssen der Ratsversammlung aufbaut und Basis für die Förderung nach der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) ist, werden die Stadtwerke bis spätestens Ende 2023 fertigstellen. Dort wird weiter konkretisiert, wie Flensburgs Energiesystem der Zukunft aus heutiger Sicht aussehen soll. Ziel für den Transformationspfad ist nicht nur, dass er technisch, sondern auch wirtschaftlich und sozial machbar ist.

In drei Phasen zur grünen Zukunft

Grundsätzlich wird die Umstellung zur Klimaneutralität in drei Phasen erfolgen:

  1. Kohleausstieg
  2. Elektrifizierung der Wärmeproduktion
  3. CO2-neutrale Energieträger

Mit heutigem Wissen und Stand der Technik sind weitere Möglichkeiten für den Umbau der Energieversorgung auf Klima-Neutralität denkbar. Dazu wird es nicht nur eine Lösung geben, sondern es wird eine Vielzahl von Maßnahmen erforderlich sein. Über den Stand der Umsetzung des Transformationspfades werden die Stadtwerke Flensburg regelmäßig in ihren Aufsichtsgremien berichten.

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