Datenschutz-Bedenken Facebook startet Dating-Funktion: So funktioniert sie

Von dpa | 22.10.2020, 10:43 Uhr

Im Februar wurde der Start der Flirt-Plattform nach einer "Inspektion" durch Datenschützer verschoben. Nun geht es los.

Facebook bringt seine Dating-Funktion nach einer monatelangen Verzögerung wegen Datenschutz-Bedenken nun auch in Europa an den Start. Man habe sich Zeit gelassen, um alles definitiv richtig zu machen, sagte Produktmanagerin Kate Orseth zu der am Donnerstag angekündigten Markteinführung in 32 europäischen Ländern. Im Februar hatte Facebook den Start der Flirt-Plattform kurzfristig auf unbestimmte Zeit verschoben.

So funktioniert "Facebook Dating"

Extra-Dating-Profil: Bei Facebook Dating können Nutzer im Alter über 18 Jahren ein separates Profil anlegen.

Realnamen-Pflicht: Die Nutzer werden ausdrücklich aufgefordert, sich mit ihren realen Identitäten anzumelden und Facebook versichert, dass Betrugsversuche konsequent unterbunden werden sollen. Jeder Nutzerbeschwerde werde nachgegangen.

Flirt-Vorschläge: Facebook schlägt dann potenzielle Partner vor – auf Grundlage der Angaben der Nutzer, aber auch des Wissens der Plattform über ihre Interessen und Aktivitäten.

Schwarm markieren: Facebook-Freunde sind davon ausgenommen – außer man kennzeichnet jemanden von ihnen im Dating-Profil als "heimlichen Schwarm". Auf diese Liste kann man bis zu neun Personen setzen. Davon erfahren die Nutzer dann nur, wenn es eine gegenseitige Übereinstimmung gibt.

Keine Dickpic-Belästigung: Um die Flirt-Funktion sicher zu gestalten, können bei Unterhaltungen zwischen den Nutzern keine Fotos oder Videos verschickt werden. Zudem prüfe das Online-Netzwerk proaktiv Profilbilder, um sicherzustellen, dass es dort keine Nacktfotos gebe.

Blockierfunktion: Jeder könne einen anderen Nutzer blockieren oder melden, heißt es.

Instagram-Verknüpfung: Facebook gibt Nutzern zugleich die Möglichkeit, Inhalte aus der konzerneigenen Fotoplattform Instagram einzubinden.

Kennenlernen im Videochat: Passend zur Corona-Krise bietet Facebook Treffen per Videokonferenz an.

Facebook wertet Dating-Daten auch für Werbung anderswo aus

Daten zur Aktivität im Dating-Bereich könne Facebook auch dazu verwenden, die Werbeanzeigen anderswo auf der Plattform des Online-Netzwerks zu personalisieren, sagte Orseth.

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Kurz bevor Facebook im Februar den Start der Flirt-Plattform in Europa aufschob, hatte die irische Datenschutzbehörde eine "Inspektion" bei dem Online-Netzwerk in Dublin durchgeführt und dabei Unterlagen eingesammelt. Jetzt habe man der Behörde vorab Dokumente vorgelegt – obwohl Facebook nicht dazu verpflichtet sei, sagte Orseth. Facebook Dating entspreche der EU-Datenschutzgrundverordnung, betonte sie.Die Pläne für eine Dating-Funktion hatte Facebook-Chef Mark Zuckerberg erstmals im Frühjahr 2018 vorgestellt. Seit dem Start im vergangenen Jahr war Facebook Dating bisher schrittweise in 20 Ländern eingeführt worden.