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Anzeige: Jung & Co. Gerätebau GmbH 50 Jahre „Jung“ – ein Pionier des Mittelstands

22.05.2022, 00:00 Uhr

Vom Ein-Mann-Betrieb zum international tätigen Unternehmen – Interview mit Anke Jung, Geschäftsführerin der Jung & Co. Gerätebau GmbH

Als Hans Jung 1972 die Jung & Co. Gerätebau GmbH ins Handelsregister eintragen ließ, ahnte er diese Entwicklung sicher nicht voraus: 50 Jahre später – nun erweitert um die beiden Schwesterfirmen JPS und FAS – ist aus dem Ein-Mann-Betrieb ein international tätiges Unternehmen mit über 90 Mitarbeitern geworden. Die Geschäfte führt heute seine Tochter, Anke Jung. Wir haben sie zum Interview getroffen.

Frau Jung, wie kam es zu der Gründung?

Mein Vater, Hans Jung, war ein Macher! Er wollte einfach unabhängig und eigenständig sein. Als gelernter Werkzeugmacher hatte er sehr viel Erfahrung in der Bearbeitung von Edelstahl und wollte sich mit dieser Kompetenz gerne selbständig machen. Er wusste, was anspruchsvolle Branchen benötigen, nämlich höchste Präzision und Zuverlässigkeit. So bekam er schnell Aufträge von Werften und von Firmen für Anlagenbau in Hamburg, da war er zunächst praktisch die „verlängerte Werkbank“ für diese Kunden.

Nach einer einfachen „Werkbank“ sieht die Produktion heute nicht mehr aus ...

Mein Vater war Innovationen gegenüber immer sehr aufgeschlossen und wir haben laufend investiert. Jung & Co. hatte beispielsweise als einer der Ersten hier im Norden hochmoderne CNC-Maschinen stehen. Der Maschinenpark, über den wir heute verfügen, erlaubt uns Kundenwünsche vom Prototypen bis zur Serie innerhalb kurzer Zeit und mit höchster Präzision zu erfüllen. Einige Maschinen arbeiten automatisiert in der Nachtschicht, bis zu 24/7. Und auch bei der sogenannten additiven Fertigung, dem 3D-Metalldruck, waren wir ganz früh mit dabei. Wir produzieren ausschließlich hier am Standort Kummerfeld. Diese Liefersicherheit wissen viele Kunden zu schätzen.

Inzwischen arbeiten in Kummerfeld über 90 Mitarbeiter und es sind zwei weitere Firmengründungen hinzugekommen.

Jung & Co. hat praktisch schon alle Branchen beliefert, von der Luftfahrt, der Chemie- und Pharmaindustrie, der Förderindustrie für Erdöl und Gas, der Windenergie, der Automobilbranche und natürlich den Anlagenbau. Aber schon früh entwickelte sich die Getränke- und Lebensmittelindustrie zum Schwerpunkt. Hier ergab sich Mitte der 1990er Jahre mit der Gründung der FAS Füllanlagenservice GmbH ein neues Geschäftsfeld, indem wir Service und Ersatzteile für Getränkeabfüllanlagen bieten. 2009 kam die Jung Process Systems GmbH hinzu, die unter dem Markennamen HYGHSPIN einen speziellen Pumpentyp entwickelt und weltweit vertreibt. Wir hatten vorher schon Komponenten für sogenannte hygienische Schraubenspindelpumpen hergestellt und viel Erfahrung darin. Mit unserem eigenen Produkt sind wir noch unabhängiger und können zusätzliche Märkte weltweit erschließen.

Ist es als mittelständisches Unternehmen nicht schwierig, mit den ganz Großen mitzuhalten?

Das erleben wir nicht so, im Gegenteil. Bei uns zählen noch ganz stark die persönlichen Kundenbeziehungen, die direkten Ansprechpartner und natürlich unsere jahrelange Kompetenz und Zuverlässigkeit. Man muss sich außerdem mal vor Augen führen, dass der Mittelstand häufig die Pionierarbeit leistet. Die Innovationen kommen oftmals von den kleineren Unternehmen, nicht von den Multis.

War Ihnen eigentlich schon immer klar, dass Sie das Unternehmen eines Tages leiten werden?

Nein, überhaupt nicht. Bei uns am Abendbrotstisch war die Firma früher oft Gesprächsthema Nummer eins, aber ich habe zunächst eine kaufmännische Ausbildung in einer ganz anderen Branche gemacht. Erst, als ich anfing Betriebswirtschaft zu studieren, fand ich langsam den Weg zu Jung & Co. Später leitete ich das Unternehmen mit meinem Vater gemeinsam und habe viel von ihm gelernt. Leider verstarb er 2014 und seitdem führe ich die Firma in seinem Sinne allein weiter.

Was ist das Besondere an einem inhabergeführten Familienbetrieb?

Man kennt sich und man vertraut sich. Als Familienunternehmen hat man auch eine moralische Verpflichtung und versucht, Dinge möglich zu machen, Engagement wertzuschätzen. Nicht nur ich bin in zweiter Generation hier tätig, auch bei unseren Mitarbeitern gibt es schon die zweite Generation, die bei uns ausgebildet wurde und arbeitet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie sichere und moderne Arbeitsplätze stehen für mich im Vordergrund.

Das klingt sehr traditionell.

Ja, das ist es auch. Tradition ist ja auch nichts Schlechtes, sondern es bewahrt Werte. Wir sind beispielsweise immer der Region treu geblieben. Als der alte Standort zu klein wurde, konnten wir 1995 den Neubau hier am Auweg 2 errichten. 2016 entstand eine neue Lager- und Montagehalle auf dem Nachbargrundstück und in diesem Jahr erwarben wir ein weiteres angrenzendes Grundstück, so dass die nächste Erweiterung für die Zukunft gesichert ist. Wir engagieren uns im Rahmen unserer Möglichkeiten auch bei den örtlichen Vereinen, arbeiten hauptsächlich mit Lieferanten und Dienstleistern aus der Region zusammen und sorgen für qualifizierte Ausbildungsplätze.

Jung & Co. Gerätebau GmbH Das Unternehmen ist auf die Bearbeitung von Edelstahl und anderen hochwertigen Werkstoff en spezialisiert. Auf einer Produktionsfläche von über 3200 Quadratmetern werden in Kummerfeld Komponenten und komplette Baugruppen gefertigt und weltweit exportiert. Das Familienunternehmen wurde 1972 von Hans Jung gegründet. Heute leitet seine Tochter Anke Jung die Unternehmensgruppe, die 1997 um die FAS Füllanlagenservice GmbH und 2009 um die Jung Process Systems GmbH erweitert wurde.

Kontakt

Jung & Co. Gerätebau GmbH
Auweg 2
25495 Kummerfeld

Telefon: 04101 79 58 0www.jung-co.de