Zweikampf um den Klassenerhalt

Mit dem langen Bein spitzelt VfR-Spieler Finn Doorentz (hinten) Borussias Niklas Siekmann den Ball weg.
Foto:
Mit dem langen Bein spitzelt VfR-Spieler Finn Doorentz (hinten) Borussias Niklas Siekmann den Ball weg.

Kreisliga: Nach den Nachholpartien der Wochenmitte kämpfen nur noch Borussia Rendsburg und der Osterbyer SV um den letzten freien Platz

shz.de von
14. Mai 2015, 16:30 Uhr

Da waren es nur noch Zwei. Nachdem der TSV Karby am Nachholspieltag am Mittwoch mit dem 3:0-Sieg einen Überraschungscoup gegen den neuen Meister Büdelsdorfer TSV gelang und der VfR Eckernförde den letzten nötigen Punkt einheimste, kämpfen zwei Spieltage vor Saisonende nur noch der Osterbyer SV (27 Punkte) und Borussia 93 Rendsburg (25 Punkte) um den letzten freien Platz in der Fußball-Kreisliga.

Für die beiden entscheidenden Partien der Borussia hat 93-Trainer Dirk Fischoeder „ein gutes Gefühl“, wie er sagt. „Die Jungs sind heiß und sehen nun wieder eine Chance.“ Die ist zwar klein, aber das Momentum liegt auf Seiten der Borussia. „Nach der Niederlage gegen Barkelsby waren wir ja eigentlich schon tot. Und nun sind wir plötzlich doch wieder im Rennen. Wir leben noch“, bemüht Fischoeder bewährte Durchhalteparolen. Für das Heimspiel am Sonntag gegen den TuS Jevenstedt ziehen die Rendsburger wieder alle Register. „Wir spielen wieder auf unserem B-Platz. Ein engerer Platz liegt uns einfach mehr“, glaubt der Coach. Zudem hoffen die Borussen auf Schützenhilfe aus Wittensee – dort gastiert der Osterbyer SV.

VfR Eckernförde – Borussia 93 Rendsburg 0:0
Die Tatsache, dass seine Mannschaft nicht gerade den besten Tag erwischte, wird VfR-Trainer Arne Witt wohl verschmerzen können. Nach dem torlosen Unentschieden können die Eckernförder nun den Klassenerhalt feiern und für die nächste Saison planen. „Das war mehr Krampf als alles andere. Beide Mannschaften hatten kaum Chancen zur Führung“, sagte Witt. „Wir wussten, dass der Klassenerhalt mit diesem dünnen Kader schwer wird. Nun sind wir alle froh, dass wir es trotzdem geschafft haben.“

Tore: Fehlanzeige.


Eckernförder SV II – TSV Vineta Audorf 1:4 (1:2)
Das hat sich ESV-Coach Töns Dohrn wohl ganz anders vorgestellt. Nach der guten Partie am letzten Wochenende mussten sich die Eckernförder dem Tabellennachbarn klar geschlagen geben. In der ersten Hälfte war die Begegnung noch ausgeglichen, doch mit zunehmender Spieldauer wurden die Audorfer immer stärker und gewannen am Ende verdient. Besonders angefressen war Dohrn auch von der Leistung von Schiedsrichter Thomas Schwarzer: „Was er Woche für Woche pfeift, ist eine absolute Frechheit. Ich weiß nicht, was der noch in der Kreisliga zu suchen hat. Er hat es geschafft, den ganzen Spielfluss aus der Partie zu nehmen.“

Tore: 0:1 Tim Kluck (33.), 1:1 Tjark Carstensen (34.), 1:2, 1:3 Benjamin Schuster (37., 70.), 1:4 Kluck (80.).
Gelb-Rote Karte: Dimitri Milov (43., Foul/Meckern, ESV).

Rote Karte: Andreas Mohr (81., Tätlichkeit, ESV).

TSV Karby – Büdelsdorfer SV 3:0 (1:0)
Nach einer fast endlosen Siegesserie von 17 Dreiern in Folge musste sich der BTSV nach langem wieder geschlagen geben. Die heimstarken Karbyer zeigten vor allem in der ersten Halbzeit eines ihrer besten Saisonspiele und hätten zur Pause bereits hoch führen können. Doch nur Tim Pommerening (43.), schaffte es, den Ball im Tor unterzubringen. Nach zwei Roten Karten für den BTSV schien das Spiel entschieden, doch die Büdelsdorfer blieben bis zum Ende gefährlich und scheiterten mehrfach am gut aufgelegten Andre Markus im Tor der Heimmannschaft. Erst der Doppelschlag kurz vor dem Abpfiff entschied das Spiel. „Nach den Roten Karten waren wir viel zu fahrlässig, das darf einfach nicht passieren“, sagte TSV-Obmann Roger Behrens. „Doch nun freuen wir uns alle über den Klassenerhalt.“

Tore: 1:0 Tim Pommerening (43.), 2:0 Tim Rose (85.), 3:0 Alexander Luft (87.)
Gelb-Rote Karte: Niklas Knutzen (58., wdh. Foul, BTSV).
Rote Karte: Christian Wulff (61., Tätlichkeit, BTSV).


Wittenseer SV – TSV Waabs 1:4 (0:3)
Das Mittelfeldduell war einseitiger als erwartet. Gerade der WSV enttäuschte auf ganzer Linie und zeigte nur wenig Gegenwehr. Vor allem Marcel Pommerening erwischte einen überragenden Tag, wie auch WSV-Trainer Peter Thede eingestehen musste: „Was Pommes da veranstaltet hat, war echt beeindruckend. Er hat uns fast im Alleingang schwindelig gespielt. Wir haben es ihm aber auch sehr einfach gemacht.“ Auch in der zweiten Hälfte änderte sich nur wenig am Spielverlauf. Die stark dezimierten Wittenseer fanden nur sehr selten den Weg vor das TSV-Gehäuse, sodass nie richtig Spannung aufkam.

Tore: 0:1, 0:2, 0:3 Marcel Pommerening (14., 41., 42.), 1:3 Pascal Diedrichsen (48.), 1:4 Pommerening (67.).


Osterbyer SV – TuS Bargstedt 1:6 (0:1)
So niedergeschlagen wie nach dieser Partie erlebt man OSV-Betreuer Wolfgang Fleck nur selten. Doch was Fleck zu sehen bekam, machte nur wenig Hoffnung auf den Verbleib in der Kreisliga. „Ich weiß im Moment nicht, wie wir noch Punkte holen sollen. Wir müssen wohl hoffen, dass auch Rendsburg kein Spiel mehr gewinnt.“ Nur in der Anfangsphase konnten die Osterbyer noch stand halten. Der Doppelschlag direkt nach dem Wiederanpfiff versetze den OSV endgültig in eine Schockstarre. „Danach war ein großer Bruch in unserem Spiel, und wir sind sehr schlafmützig zu Werke gegangen“, sah Fleck hier einen Grund für die hohe Niederlage.

Tore: 0:1 Thiess Michaelis (19.), 0:2 Florian Engbrecht (46.), 0:3 Mattes Sievers (47.), 0:4 Markus Wieben (60.), 0:5 Daniel Sachau (62.), 0:6 Engbrecht (67.), 1:6 Lasse Retza (90.).
Bes. Vork.: Lasse Retza verschießt FE (74., OSV).

TuS Jevenstedt – SG BSV/EMTV 9:1 (3:0)
Nach langer Verletztenmisere konnte TuS-Trainer Michael Rohwedder wieder aus dem Vollen schöpfen. Von Anfang an zeigte sich, wozu die Jevenstedter in Bestbesetzung in der Lage sind: Starkes Pressing und viele Torchancen erspielten sie sich schon in den Anfangsminuten. Bis kurz nach dem Wiederanpfiff konnte die SG noch Schadensbegrenzung betreiben. Danach zeigten sie nahezu keine Gegenwehr mehr. „Alle waren von Anfang an heiß wie Frittenfett. Wir haben die Kugel gut laufen lassen und einen ansehnlichen Fußball gezeigt“, gab sich Rohwedder zufrieden. Überragender Spieler auf dem Feld war Sebastian Hehnke, der gleich an sechs Toren direkt beteiligt war.

Tore: 1:0, 2:0 Sebastian Hehnke (11., 38., FE), 3:0 Jonas Richter (41.), 3:1 Andre Kimitta (67.), 4:1 Piet Gömpel (75.), 5:1 Florian Fischer (77.), 6:1 Timo Klug (80.), 7:1 Hehnke (84.), 8:1, 9:1 Florian Fischer (85., 88., FE).

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen