Zwei tote Babys: Polizei bittet um Mithilfe

Das blaue Handtuch wurde neben der Leiche des weiblichen Säuglings in Ahrenshöft gefunden. Foto: Polizei
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Das blaue Handtuch wurde neben der Leiche des weiblichen Säuglings in Ahrenshöft gefunden. Foto: Polizei

Der Fall hat Schleswig-Holstein erschüttert: Eine Mutter tötete zwei Mal kurz nach der Geburt ihre Babys. Gefasst wurde sie noch nicht - die Polizei bittet um Mithilfe.

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27. September 2012, 11:54 Uhr

Vor genau einem Jahr fand man den Jungen. Im Graben auf einem Parkplatz an der B201 bei Silberstedt (Kreis Schleswig-Flensburg). In einer Lidl-Plastiktüte, seine Beine ragten heraus. Sein Schwesterchen wurde ein Jahr zuvor tot auf dem Band einer Sortieranlage für Altpapier in Ahrenshöft (Kreis Nordfriesland) entdeckt, grausig verstümmelt von den Maschinen. In Körper muss irgendwo im Kreis Nordfriesland in eine grüne Papiermülltonne geworfen worden sein.
Die Mutter der beiden toten Geschwister ist noch nicht gefasst - doch die Polizei weiß mittlerweile viele Dinge über sie. Sönke Büschenfeld von der zuständigen Kripo Flensburg: "Zusammen mit den Leichen sind verschiedene Gegenstände abgelegt worden." Darunter ein hellblaues und ein blutverschmiertes Handtuch, ein blaues T-Shirt und Geschenkpapier. Sönke Büschenfeld: "Die leibliche Mutter ist vermutlich eine kräftig gebaute Frau mit Oberbekleidungsgröße 50 bis 54. Eine Schwangerschaft muss nicht unbedingt aufgefallen sein." Außerdem hatte sie mindestens schulterlanges Haar mit herausgewachsener Blondierung. Büschenfeld: "Sie trank während der Schwangerschaft keinen Alkohol und hat nicht geraucht. Dafür hat sie oft Kaffee oder Cola getrunken. Das hat die Obduktion der Babyleichen ergeben."
Das Kind kam möglicherweise im Badezimmer zur Welt
Die Kinder hatten vermutlich denselben Vater. Das Mädchen aus der Sortieranlage dürfte im Januar oder Februar 2006 zur Welt gekommen sein und war bei der Geburt gesund. "Das Kind ist möglicherweise in einem Badezimmer zur Welt gebracht worden", so Büschenfeld. "Wir haben eine Einwegwindel gefunden und glauben, dass die Frau zum Zeitpunkt der Geburt schon Mutter war oder in einem Haushalt mit einem Kleinkind gelebt hat oder zumindest dort zu Besuch war." Dicht bei der Leiche lag auf dem Sortierband Geschenkpapier, teilweise mit Kindermotiven - vermutlich vom Weihnachtsfest davor. Unklar ist der Ort, an dem das Mädchen und vielleicht auch das Geschenkpapier in die Mülltonne geworfen wurden.
Der Junge vom Parkplatz ist wahrscheinlich in der Zeit vom 2. bis 4. März 2007 geboren worden. Er war ebenfalls gesund. "Die Mutter könnte auf einer Fahrt durch Nordfriesland von der Geburt überrascht worden sein, das Kind im Fahrzeug zu Welt gebracht haben", sagt der Kripo-Sprecher. Daher dürfte das Fahrzeug im Innenbereich in dieser Zeit stark verschmutzt gewesen sein und es könnte jemandem an den nachfolgenden Tagen eine Innenreinigung aufgefallen sein. Die Lidl-Tüte wurde im Jahr 2003 hergestellt, lag vielleicht längere Zeit im Auto, ebenso wie ein Gästehandtuch, das mit der Leiche entsorgt wurde. Hinweise nimmt die Polizei unter 0461-4844011 entgegen.

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