Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt

Mit dem rechten Fuß zimmert Christian Rave den Elfmeter zum 2:2-Endstand unhaltbar in den linken oberen Winkel.
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Mit dem rechten Fuß zimmert Christian Rave den Elfmeter zum 2:2-Endstand unhaltbar in den linken oberen Winkel.

Eutin 08 bringt nach einem 0:2 mit Treffern von Yannick Bremser und Christian Rave ein 2:2-Unentschieden aus Todesfelde mit

shz.de von
17. Mai 2015, 19:20 Uhr

Schlimmer hätte das Spiel von Eutin 08 beim SV Todesfelde nicht beginnen können. Die Eutiner waren noch gar nicht richtig auf dem Platz, da spielten die Gastgeber die linke Abwehrseite regelrecht schwindlig. Ein genauer Pass in die Mitte – und schon stand es durch Morten Liebert 1:0. Als nach 17 Minuten Dennis Studt auf 2:0 erhöhte, wurden in manchem Kopf böse Erinnerungen an die 1:6-Klatsche aus dem Hinspiel wach. Doch die Gäste ließen sich diesmal nicht auseinandernehmen, bewiesen Moral und kamen nach Treffern von Yannick Bremser (44.) und Christian Rave, der einen Foulelfmeter verwandelte (50.) noch zu einem, unter dem Strich gerechten, 2:2(1:2)-Unentschieden.

Beiden Mannschaften steckten die Pokalfinals in den Knochen. Während Eutin 08 nach Verlängerung und Elfmeterschießen gegen den TSV Pansdorf mit 10:11 (1:1, 1:1, 1:1) verloren hatte, hatte sich der SV Todesfelde im Segeberger Endspiel gegen die Kaltenkirchener Turnerschaft mit 3:0(0:0) Toren durchgesetzt. „Die Spieler haben den Pokalsieg zum Teil bis Freitagmorgen um 8 Uhr gefeiert“, sagte der Todesfelder Trainer Sascha Sievers. Da habe er Verständnis, dass im Verlauf des Spiels Ausdauer und Konzentration entscheidend nachgelassen haben.

„Beim 0:1 leisten wir zweimal keine Gegenwehr“, grollte Trainer Hans-Friedrich „Mecki“ Brunner mit der Vorgeschichte des Treffers aus der ersten Spielminute. Überhaupt war der Coach von den ersten 20 Minuten herbe enttäuscht: „Da haben wir neben uns gestanden!“

Eutin 08 lief mit stark veränderter Startformation auf. Kapitän Sönke Meyer und Halo Ali fehlten verletzt, dafür war Philip „Blubber“ Nielsen wieder dabei, in der Innenverteidigung begannen Timo Schwartz und Florian Sax. Im defensiven Mittelfeld war Christian Rave die ordnende Hand, nachdem er zunächst recht offensiv begonnen hatte.

Als unermüdlicher Antreiber erwies sich Yannick Bremser, der ein großes Laufpensum absolvierte. Er hatte kurz zuvor seinen Wechsel zum VfB Lübeck in die Regionalliga Nord bekanntgegeben. „Ich will in meiner fußballerischen Entwicklung den nächsten Schritt machen“, sagte Bremser, der sich ausdrücklich beim Eutiner Trainergespann Micki Brunner und Stefan Anders bedankte, das ihn nach seinem Wechsel vom TSV Pansdorf zum SH-Liga-Aufsteiger vorangebracht habe. Nach dem 0:2 hatte Bremser die Riesenchance zum Anschlusstreffer, bekam den Ball jedoch ein wenig in den Rücken gespielt, so dass sein Schuss aus kurzer Entfernung eine sichere Beute für den Todesfelder Torwart Joshua Du Preez war (22.).

Jetzt fanden die Gäste zu ihrem Spiel, erarbeiteten sich Möglichkeiten, Kevin Hübner auf dem linken Flügel und der schnelle Niclas Brandenburg im Zentrum beschäftigten die Abwehr der Gastgeber. Doch vorerst ohne Erfolg, denn Bremser scheiterte am Schlussmann (34.) und auch Brandenburgs Schuss aus 18 Metern landete in den Armen des Todesfelder Keepers (39.). Ein Rave-Freistoß aus 22 Metern brachte eine Annährung ans Tor, zischte aber knapp über die Latte (40.). Als Niclas Brandenburg den Ball präzise durch eine Schnittstelle in der Deckung der Gastgeber spielte, zeigte Yannick Bremser, was er in der laufenden Saison gelernt hat. Er nahm den Ball in hohem Tempo an, wartet, bis ihm Du Preez eine Ecke anbot und schoss zum 1:2-Pausenstand unerreichbar flach ins rechte Eck (44.).

Mit der Einwechslung von Lasse Leinweber und Yannik Marschner für Philip Nielsen und Felix Ahlers brachte Mecki Brunner mehr Leben ins Angriffsspiel. Jetzt baute die rechte Seite mit Marschner und Sebastian Witt, der immer offensiver wurde, mächtig Druck auf, mischte die Abwehr der Todesfelder auf. Als die Gastgeber den Ball nicht aus der Gefahrenzone bekamen, ließ der Todesfelder Florian Petzold am linken Strafraumeck das Bein stehen, Florian Sax kam zu Fall, Schiedsrichter Truels Reichardt pfiff Elfmeter, den Christian Rave knallhart und präzise im linken Giebel versenkte (50.).

Beide Teams lieferten sich ein intensives Spiel mit großer Laufbereitschaft. Trotz Chancen hüben wie drüben blieb es beim letztlich gerechten Unentschieden. Nach 90 Minuten war auch Mecki Brunner versöhnt: „Das war ein sehenswertes Spiel von zwei Mannschaften, die gezeigt haben, dass sie nichts zu verschenken haben.“

Für Eutin 08 stehen noch zwei Punktspiele auf dem Terminplan. Die Mannschaft tritt am Mittwoch, dem 20. Mai, um 19 Uhr beim TSV Altenholz an, ehe das Heimspiel gegen Holstein Kiel II am Pfingstsonnabend, dem 23. Mai, um 15 Uhr die Saison in der Schleswig-Holstein-Liga beschließt.

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