Zwei Spiele, zwei Pleiten: VfR-Vorstellungen geben zu Sorge Anlass

Fußball-Ballett auf Schnee: VfR-Verteidiger Hannes Schäfke (rechts) bedrängt den Rostocker Can Kalkavan.
1 von 3
Fußball-Ballett auf Schnee: VfR-Verteidiger Hannes Schäfke (rechts) bedrängt den Rostocker Can Kalkavan.

Neumünsters Fußball-Regionalligist lässt gegen Hansa Rostock II sämtliche Chancen ungenutzt / Ganz schlechtes Zweikampfverhalten im Test bei Holsteins Reserve

shz.de von
26. Januar 2015, 13:00 Uhr

Die Vorfreude auf die Restrunde der Fußball-Regionalliga ist nicht gerade gestiegen – jedenfalls nicht aus Sicht des VfR. Die Neumünsteraner setzten gleich beide Testspiele gegen tieferklassige Kontrahenten in den Sand und boten dazu gestern in Kiel noch eine richtig schlechte Vorstellung.


H. Rostock II – VfR 1:0 (0:0)

VfR: Springer - Winter (64. Aboagye), Schäfke (46. Eleftheriadis), Olthoff (46. Bönigk), Durak (43. Nagel) - Zekjiri (64. Laabus), Tenno, Pino Tellez (46. Alioua), Ingreso - Abou-Khalil (64. Bento), Kramer (82. Grothe).

SR: Kuhardt (Kritzmow). – Zuschauer: 20. – Tor: 1:0 Tille (59.).

Viel Ballkontrolle, optische Überlegenheit und jede Menge Torchancen – allein das Ergebnis stimmte nicht. Auf diesen Nenner ließ sich der Vergleich zwischen dem VfR und dem Tabellenelften der Oberliga Nordost, Staffel Nord, in Schönberg bringen. Als in der fünften Minute Abdel Abou-Khalil nach einer Ingreso-Flanke nur an den Querbalken des Rostocker Tores köpfte, war dies der Vorbote für das, was noch kommen sollte. Denn die Rasensportler, bei denen nach der Pause mit Innenverteidiger Angelos Eleftheriadis (SV Wilhelmshaven) ein Gastspieler zum Einsatz kam, wusste seine vorgetragenen Angriffe einfach nicht zu vollenden. Zu allem Überfluss wurde auch noch ein Kramer-Kopfstoß von einem Hansa-Verteidiger von der Linie gekratzt (81.). Der Oberligist hingegen traf durch einen Geniestreich von Niklas Tille einmal, als Eleftheriadis einen platzierten Flachschuss des Rostockers nicht vereiteln konnte (59.). „Wir müssen aus unseren Gelegenheiten einfach mehr Kapital schlagen“, stöhnte VfR-Trainer Uwe Erkenbrecher, der seinem Team „eine gute Mannschaftsleistung ohne den verdienten Lohn“ bescheinigte. „Wir waren klar dominant, haben spielerisch an die gute Vorstellung bei der Partie gegen Ahlen (1:1, Anm. d. Red.) angeknüpft. Nur ist es schlecht fürs Selbstvertrauen, dass wir auch dieses Spiel gegen Rostock nicht gewonnen haben“, konstatierte der 60-Jährige, der Linksverteidiger Gentian Durak wegen einer Zerrung im Adduktorenbereich kurz vor der Pause auswechseln musste.


Holst. Kiel II – VfR 4:2 (3:0)

VfR Neumünster: Kassler (46. Pöhls) - Winter (46. Aboagye), Schäfke (46. Olthoff), Eleftheriadis, Nagel (78. Bönigk) - Laabus (62. Zekjiri), Tenno (46. Kuscu), Pino Tellez, Ingreso (19. Alioua) - Bento (62. Abou-Khalil), Kramer (46. Harrer).

SR: Glowatzka (Schilksee). – Zuschauer: 50. – Tore: 1:0 Azong (20.), 2:0 Owusu (22.), 3:0 Acer (34.), 4:0 Schewior (51.), 4:1 Abou-Khalil (79.), 4:2 Olthoff (90.).


Einen Tag nach dem Auftritt in Schönberg gegen Hansa Rostock II musste der VfR in Kiel gegen den nächsten tieferklassigen Kontrahenten eine Niederlage einstecken. Dabei sah es sogar nach einem Debakel aus, führte der gastgebende SH-Liga-Tabellenzweite doch nach gut 50 Minuten bereits mit 4:0. Durch späte Treffer von Abdel Abou-Khalil und Jakob Olthoff polierte Rasensport das Resultat noch etwas auf, an der ernüchternden Bilanz des Wochenendes änderte dies freilich nichts. Nach einem noch brauchbaren Beginn bot Lila-Weiß über weite Strecken eine indiskutable Vorstellung und nutzte abermals diverse Möglichkeiten nicht; allen voran Emanuel Bento. Die immer wieder vom überragenden Rezan Acer angetriebenen Kieler dagegen präsentierten sich ballsicher und stellten per Dreierpack binnen einer Viertelstunde die Weichen. Bei allen drei Gegentreffern hatte Torhüter Marc Aaron Kassler genauso wenig eine Chance wie später der eingewechselte Tom Pöhls beim 4:0.

„Wir waren viel zu spät am Ball, haben uns in den Zweikämpfen schlecht verkauft. Auch hat mich unser Gastspieler Angelos Eleftheriadis nicht überzeugt. Über ihn muss ich noch einmal nachdenken. Und was unsere Offensive angeht, sei einigen gesagt, dass ein Christopher Kramer nicht alles alleine richten kann“, sprach Gästetrainer Uwe Erkenbrecher Klartext. Für ihn kam erschwerend hinzu, dass Kevin Ingreso mit einer Zerrung ausschied.

Der nächste VfR-Test steigt am kommenden Sonnabend beim SH-Ligisten Dornbreite Lübeck (14 Uhr).

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen